Thursday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

This talk argues that today’s far right is fundamentally shaped by the infrastructure of digital capitalism, rather than simply repeating the fascism of the twentieth century. It examines how major transformations in culture industry, especially the rise of digital platforms and Big Tech, have enabled new forms of far-right organization and influence. The core of the presentation offers a concrete comparison: twentieth-century fascism relied on the party, centralized propaganda, and mass media like radio and cinema, whereas the contemporary far right mobilizes through social media platforms that double as hubs for political activity, sociability, and commerce. Political engagement now merges with digital entertainment, circulating through memes, short videos, and viral campaigns, while far-right leaders blend political and influencer personas. The aim is to show that neofascism is now inseparable from digital capitalism and that understanding this shift is crucial for grasping present-day political dynamics.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

22. April 2026: Die beleidigte Republik. Überwachen und Strafen als Antwort auf gesellschaftliche Konflikte – Özge Inan im Gespräch mit Franziska Wildt

6. Mai 2026: Die Welt des Krieges. Diskurs und Politik nach der »Zeitenwende« – Mario Neumann im Gespräch mit Sarah Kruck

11. Juni 2026: Dark Enlightenment: Platform Neofascism as Mass Deception – Bruna Della Torre im Gespräch mit Juana de Oliveira Lorena (in englischer Sprache)

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Tuesday

Elchkeller Hannover, Leibniz Universität Hannover

Public Lectures

Public Lectures

In der Auseinandersetzung über die Ursachen und Folgen der ökologischen Verwüstung erfährt eine zentrale Kategorie der Kritischen Theorie zu wenig Aufmerksamkeit: das Subjekt. Doch nur wenn eine kritische Gesellschaftstheorie die subjektiven Bedingungen der Klimakatastrophe analysiert, kann sie in Zeiten umfassender Naturzerstörung sowohl die Beharrungskräfte eines destruktiven Kapitalismus als auch den Aufstieg einer veränderten Form des Autoritarismus verstehen.

Der von Thomas Barth, Ricarda Biemüller, Tobias Heinze und Heiko Stubenrauch herausgegebene Sammelband »Subjekte der ökologischen Verwüstung. Kritische Theorie der Klimakatastrophe« versammelt theoretische und empirische Beiträge, die sich der zunehmenden Affirmation von ökologischer Destruktivität mithilfe der für die Kritische Theorie charakteristischen Verbindung von neomarxistischer Gesellschaftstheorie und psychoanalytischem Subjektbegriff zuwenden. Das Buch verknüpft den gesellschaftskritischen und interdisziplinären Anspruch der Kritischen Theorie, um so eine Bestimmung des Subjekts als unverzichtbaren Ansatzpunkt zur Analyse und Kritik ökologischer Verwüstung zu leisten. Zugleich fragen die Beiträge, inwiefern zentrale Begriffe der Kritischen Theorie angesichts neuer und zugespitzter Formen sozialer und ökologischer Destruktivität einer Neubestimmung bedürfen.

Das Buch wird am 9. Juni 2026 im Elchkeller an der Leibniz Universität Hannover durch Tobias Heinze und Heiko Stubenrauch vorgestellt. Die Veranstaltung wird moderiert von Johann Szews.

Der Sammelband erscheint am 28. Mai 2026 im Campus Verlag und kann dann auf der Website des Verlags kostenlos heruntergeladen werden.

Tobias Heinze ist Doktorand am Institut für Sozialforschung in Frankfurt und Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.

Heiko Stubenrauch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg und Postdoc am dortigen Graduiertenkolleg »Kultur der Kritik«.

Johann Szews ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.



Barrieren: Der Elchkeller ist barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.

Veranstalter:innen: Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Students for Future Hannover, Fachrat Sozialwissenschaften Leibniz Universität Hannover, Institut für Sozialforschung Frankfurt am Main, Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg.

Monday

SH 2.105

Lecture Series »Critical Sociology«

Lecture Series »Critical Sociology«

Vortrag von Ferdinand Sutterlüty, kommentiert von Doris Schweitzer

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de
Koordination: Ole Bogner, Laura Hanemann, Paul Höfer, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Jonas Schmeinck, Doris Schweitzer.

Tuesday

Pupille, Festsaal im Studierendenhaus (1. OG)

Public Lectures

Public Lectures

Mit Başak Ertür (Goldsmiths) und Alisa Lebow (University of Sussex)

Gespräch im Anschluss an eine Vorführung des Films Revision (DE 2012, Regie: Philip Scheffner, Produktion: Merle Kröger).

Was wenn ein Fall juristisch abgeschlossen ist, aber noch viele Fragen offen sind? Welche Möglichkeiten der Revision gibt es über das Recht hinaus? Mit Hilfe künstlerischer Untersuchungsverfahren lassen sich Fälle, auch Jahre später, noch einmal anders und genauer betrachten, so dass ihnen breitere öffentliche Aufmerksamkeit verliehen wird.

Philip Scheffners Revision (2012) nutzt dafür die Mittel des dokumentarischen Films. Auf der Grundlage journalistischer und eigener Recherchen widmet er sich dem bis dahin kaum beachteten Fall von Grigore Velcu und Eudache Calderar, die im Jahr 1992 durch tödliche Schüsse einer Gruppe von Jägern an der deutsch-polnischen Grenze ums Leben kamen. Die beiden illegalisierten Roma aus Rumänien, die regelmäßig die Grenze überquerten, um in Deutschland zu arbeiten, wurden von den Jägern, so deren Behauptung vor Gericht, für Wildtiere gehalten. Der Freispruch der Beschuldigten eröffnet bis heute die juristische als auch gesellschaftliche Frage nach Aufklärung und Gerechtigkeit.

Gemeinsam mit Başak Ertür und Alisa Lebow (Ko-Autor:innen des Textes »Countering Forensic Violence. Philip Scheffner‘s Revision«, in: World Records, Vol. 9 »Just Evidence«, 2025) sprechen wir nach der Vorführung von Revision über das gegenforensische Potential von dokumentarischen Filmen für eine Kritik des Rechts und der Gewalt, die bleibt.

Ein Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Visuelle Wahrheitsregime«, organisiert von Laliv Melamed (Goethe-Universität Frankfurt, TFM), Felix Trautmann (HBK Braunschweig / Institut für Sozialforschung) und Franziska Wildt (Institut für Sozialforschung). Visuelle Wahrheitsregime sind Schnittstellen von Bildern, Wissenssystemen und politischen (Un-)Ordnungen. Die Veranstaltungsreihe widmet sich visuellen, ästhetischen und künstlerischen Untersuchungen von Beweismitteln – und wie diese im Bereich des Rechts, der Medien und in Bezug auf Gewaltformen wirksam werden.

 

––– –––

 

With Başak Ertür (Goldsmiths) and Alisa Lebow (University of Sussex)

Discussion following a screening of the film Revision (GER 2012, dir. Philip Scheffner, production: Merle Kröger).

What are we left with if a case is legally closed but open questions remain? What power does an appeal hold beyond the law? Aesthetic investigations offers the opportunity to revisit a case—even years later—to examine it differently and more closely, and to draw public attention more broadly to it.

Philip Scheffner’s Revision (2012) uses the tools of documentary film precisely for this purpose. Based on journalistic, as well as his own research, Scheffner examines the previously little-known case of Grigore Velcu and Eudache Calderar, who were killed at the German-Polish border in 1992 by a group of German hunters. The two undocumented Roma from Romania, who regularly crossed the border to work in Germany, were, according to the hunters’ testimony in court, mistaken for wild animals. Their subsequent acquittal continues to raise legal and social questions regarding accountability and justice to this day.

Together with Başak Ertür and Alisa Lebow, co-authors of the essay »Countering Forensic Violence: Philip Scheffner’s Revision«, (World Records, Vol. 9, “Just Evidence,” 2025), we will discuss documentary’s counter-forensic potential for a critique of legal processes, and the violence that remains.

The event is part of the series »Visual Truth Regimes«, organized by Laliv Melamed (Goethe University Frankfurt, TFM), Felix Trautmann (HBK Braunschweig / Institute for Social Research), and Franziska Wildt (Institute for Social Research). Visual truth regimes are intersections of images, knowledge systems, and political (dis)orders. The event series is dedicated to visual, aesthetic, and artistic investigations of evidence—and how these take effect in the realms of law, the media, and in relation to forms of violence.

Thursday – Friday

2og:dondorf

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

In Kooperation mit dem IfS laden der DGS-Arbeitskreis Soziologie der Nachhaltigkeit (SONA), das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), die DGS-Sektion Umwelt- und Nachhaltigkeitssoziologie sowie die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften Frankfurt-Rhein-Main zu einem zweitägigen Workshop im 2og:dondorf ein. Dort sollen zum einen aktuelle Forschungsprojekte und -ideen im Feld der sozialwissenschaftlichen Nachhaltigkeits- und Umweltforschung diskutiert und der Austausch über Bedingungen und Perspektiven wissenschaftlicher Arbeit in diesem Forschungsfeld ermöglicht werden.

 

Anmeldung zur Teilnahme bis zum 22.05.2026 an: sebastian.suttner@uni-wuerzburg.de

Organisation: Carsten Ohlrogge (Universität Münster), Jens Köhrsen (Universität Oslo), Miriam Schad (ISOE), Sebastian Suttner (JMU Würzburg), Svea Maren Kietzmann (TU Dortmund), Thomas Barth (IfS)

 

Programm

Donnerstag, 28. Mai 2026

Ab 13:30

Ankunft und Kaffee

14:00 – 14:15

Begrüßung und Einführung

Svea Kietzmann (TU Dortmund) und Miriam Schad (Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE, Frankfurt)

14:15 – 14:45

Speed Dating zu den Forschungsthemen aller Teilnehmenden

15:00 – 16:00

I – Transformationen in der Arbeitswelt

 

Who bears the costs of ecological transition? The impact of working in a ‘brown’ job on employees’ mental health across 25 European countries

Lukas Kroher (Otto-Friedrich Universität Bamberg)

Gewerkschaften im post-nachhaltigen Klassenkonflikt. Neue Analysewerkzeuge für sozial-ökologische Konflikte nach dem Nachhaltigkeitskonsens

Hauke Dannemann (Goethe Universität Frankfurt)

Soziologische Wasserforschung im Thüringer Wasserinnovations-Cluster

Stephan Lorenz (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

16:15 – 17:15

Workshop 1 – Neoliberalismus in der Nachhaltigkeitsforschung

Gesa Marken (Leibniz Institut für raumbezogene Sozialforschung IRS, Erkner)

17:30 – 18:45

Podiumsdiskussion Karrieremöglichkeiten und Beschäftigungs-verhältnisse in der Wissenschaft

Alena Bleicher (Hochschule Harz), Jens Köhrsen (Universität Oslo), Birgit Blättel-Mink (Goethe Universität Frankfurt), Svea Kietzmann (TU Dortmund)

19:00

Abendessen (auf Selbstzahler*inbasis)

 

Freitag, 29. Mai 2026

Ab 8:30

Ankunft und Kaffee

9:00 – 10:00

II – Räumliche Ebenen nachhaltiger Transformation

 

Institutionalisiert oder im Verschwinden? Die Vermessung der deutschen Klimaschutzbewegung (20192025)

Thomas Laux (TU Chemnitz)

Klimaneutrale und nachhaltige Zukünfte in der Stadt

Sebastian Koch (Universität Konstanz)

Urbanisierung des Nationalparks: Die gesellschaftliche Produktion von Räumen der Reproduktion

Alina Waltraudes (Philipps-Universität Marburg)

10:15 – 11:15

Workshop 2 – Prekär, aber nicht wehrlos. Die Auseinandersetzung um Entfristung in der Wissenschaft

Daniel Behruzi (TU Darmstadt, ver.di)

11:30 – 12:15

Workshop 3 – Forschungsförderung: Erkenntnisinteresse und Antragslogik

Thomas Barth (Institut für Sozialforschung, Frankfurt)

12:15 – 13:15

Mittagspause

13:15 – 13:45

Workshop 4 – Zeitschrift Soziologie und Nachhaltigkeit: Reflektierte Umgangsweisen mit der wissenschaftlichen Publikationsökonomie

Jakob Kress (Universität Münster)

13:55 – 14:55

III – Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion als Feld der Nachhaltigkeitsforschung

 

Landwirtschaft in der sozial-ökologischen Transformation. Eine arbeitssoziologische Annäherung an Praxen und Einstellungen von Nebenerwerbslandwirt:innen im Bereich Grünland

Carlotta Schumacher (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Die Bedeutung sozialer Nachhaltigkeit in Bezug auf Lebensmittelproduktion und -verbrauch: Ein literaturbasiertes Mapping zentraler Themen

Sarah Kohane (Max Rubner-Institut, Karlsruhe)

Zwischen Ehrenamt und Transformation: Ernährungsräte als Inkubatoren von Ernährungsinitiativen

Anna-Katharina Gehron (Justus-Liebig-Universität Gießen)

15:05 – 15:55

Abschlussdiskussion – Wohin steuert die Nachhaltigkeitsforschung? Was kann SONA leisten?

15:55

Abreise

 

Friday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Public Lectures

Public Lectures

Anlässlich des Erscheinens der neuen Ausgabe von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung

Axel Honneth im Gespräch mit Frieder Vogelmann und Greta Wagner

Launch von WestEnd 01/2026

 

Thursday

Institut für Sozialforschung, Sitzungssaal

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

»Die Kybernetik ist überall, wie Luft«, so der einflussreiche Data Scientist Alex »Sandy« Pentland, der damit die prominente medienwissenschaftliche These, dass wir in einem von der Kybernetik durchdrungenen Zeitalter leben, spiegelt. Die Kybernetik als »Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle« erscheint ubiquitär, und ist doch weit mehr als Luft: kybernetisches Gedankengut materialisiert sich in konkreten Infrastrukturen und Devices unserer Lebens- wie Arbeitswelten. Entgegen prominenter Zeitdiagnosen wie des Überwachungs-, Plattform- oder digitalen Kapitalismus untersucht Anna-Verena Nosthoff das kybernetische Vorzeichen der Gegenwart in genealogisch-diskursanalytischer Perspektive. Die technische Konstellation, so Nosthoff, ist geprägt von kybernetischen Strukturen, Ensembles und Wissensregimen, die in Anlehnung an Michel Foucault als Regierungsformen zu lesen sind. Eine Theorie digitaler Regierungskunst umfasst demnach nicht nur eine kritische-genealogische Einordnung kybernetischer Dispositive, sondern unterstreicht auch die dialektische Dynamik einer Kritik der Kybernetik und der darauffolgenden Kybernetisierung der Kritik. Nicht zuletzt ist die datafizierte Gegenwartsgesellschaft zunehmend von autoritären Tendenzen geprägt – so zeigt sich die Dringlichkeit der Erneuerung der Kritik für die kommende Gesellschaft.

Anna-Verena Nosthoff ist Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Ko-Direktorin des Critical Data Lab (Humboldt-Universität zu Berlin/Carl von Ossietzky Universität Oldenburg). Sie promovierte 2024 am Institut für Soziologie der Universität Freiburg mit der Arbeit Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst, die im Februar 2026 bei Suhrkamp erschienen ist.

Der Workshop wird begleitet von Kommentaren von Josef Barla, Ole Bogner und Vicky Kluzik (alle Goethe-Universität Frankfurt a. M.).

Es wird um Anmeldung bis zum 7. Mai unter kluzik@soz.uni-frankfurt.de gebeten.
Mit der Anmeldungsbestätigung folgen weitere Informationen zum Ablauf.

Tuesday

Leseraum der basis

Public Lectures

Public Lectures

Was heißt es, etwas Gestohlenes zurückzugeben? Zumal dann, wenn diejenigen, die es gestohlen haben, vielleicht andere waren. Unabhängig davon, wer gestohlen hat, kann es – rechtlich, finanziell, emotional und politisch – schwierig sein, etwas Gestohlenes zurückzugeben. Die New Red Order (NRO), ein öffentlicher Geheimorden im Dienste der Selbstbestimmung und Zukunft der indigenen Bevölkerung, kann hierbei helfen.

Seit 1492 engagiert sich die NRO in der »Land Back«-Bewegung, die darauf abzielt, die Kontrolle der indigenen Bevölkerung über ihre angestammten Gebiete wiederherzustellen. Mit dem NRO-Mitglied Adam Kahlil sowie der Dokumentarfilmwissenschaftler:in und Mitstreiter:in Toby Lee sprechen wir über dieses laufende Projekt. In einer mäandernden, Schritt-für-Schritt-Anleitung zu »Giving It Back« setzen die beiden sich mit der Fragen der Spekulation in den Bereichen Dokumentarfilm, Grundbesitz und politischer Praxis auseinander.

Visuelle Wahrheitsregime sind Schnittstellen von Bildern, Wissenssystemen und politischen (Un-)Ordnungen. Die Veranstaltungsreihe widmet sich visuellen, ästhetischen und künstlerischen Untersuchungen von Beweismitteln – und wie diese im Bereich des Rechts, der Medien und in Bezug auf Gewaltformen wirksam werden.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Visuelle Wahrheitsregime, organisiert von Laliv Melamed (Goethe-Universität Frankfurt, TFM), FelixTrautmann (HBK Braunschweig / Institut für Sozialforschung) und Franziska Wildt (Institut für Sozialforschung).

Nächste Veranstaltung der Reihe: »Forensische Wahrheitsregime« mit Başak Ertür (Goldsmiths) und Alisa Lebow (University of Sussex), im Anschluss an eine Vorführung des Films »Revision« (Regie: Philip Scheffner). Am 2. Juni, 18:30 Uhr, Pupille, Festsaal im Studierendenhaus (1. OG), Mertonstraße 26–28.

 

+++

 

Speculative Truth Regimes

With Adam Khalil (New Red Order) and Toby Lee (NYU)
Tuesday, May 19, 2026, 6:30 p.m.

Location:

basis reading room

Gutleutstraße 8-12

60329 Frankfurt am Main

 

Have you ever tried to return something stolen? Maybe it wasn’t you who stole it, maybe it was someone else. Maybe. Regardless of who did the stealing, it can be tricky — legally, financially, emotionally, politically — to Give It Back. The New Red Order, a public secret society in the service of Indigenous agency and futurity, is here to help!

Since 1492, the NRO has been active in the Land Back movement, which seeks to reestablish Indigenous control over ancestral lands. Join NRO member Adam Khalil as he speaks to documentary scholar-accomplice Toby Lee about this ongoing work. In a meandering step-by-step guide to Giving It Back, they consider the work of speculation in documentary media, real estate, & political practice.

Visual Truth Regimes are meeting points of images, systems of knowledge and political dis/orders. The events series is dedicated to visual, aesthetic and artistic explorations of evidence as coming to bear on the state of law, violence and media in the current moment.

As part of the Series Visual Truth Regimes, organized by Laliv Melamed (Goethe University Frankfurt), Felix Trautmann (Institut für Sozialforschung; HBK Braunschweig) and Franziska Wildt (Institut für Sozialforschung).

Next event in the series: Forensic Truth Regimes, With Başak Ertür (Goldsmith) and Alisa Lebow (Sussex), following a screening of Revision, (dir, Philip Scheffner). June 2nd, 18:30, Pupille, Mertonstraße 26-28.

 

Monday

SH 2.105

Lecture Series »Critical Sociology«

Lecture Series »Critical Sociology«

Vortrag von Franziska Ohde, kommentiert von Franziska von Verschuer

Vortragsreihe des AK Kritische Soziologie. Gemeinsamer Arbeitskreis am Institut für Soziologie der Goethe-Universität und am Institut für Sozialforschung (IfS) Frankfurt a. M.

Alle Vorträge finden c. t. statt.
Kontakt: martin@soz.uni-frankfurt.de
Koordination: Ole Bogner, Laura Hanemann, Paul Höfer, Stephan Lessenich, Susanne Martin, Jonas Schmeinck, Doris Schweitzer.

Wednesday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Über vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine kann kaum noch ein Zweifel daran bestehen, dass die daraufhin von Bundeskanzler Olaf Scholz verkündete Zeitenwende in vollem Gange ist. Sie erstreckt sich bei Weitem nicht auf Veränderungen in der Außen- und Sicherheitspolitik, sondern hat Besitz ergriffen von Politik und Gesellschaft insgesamt. Wir leben in einer Zeit des Krieges – und während die Bevölkerung und die Öffentlichkeit immer noch Schwierigkeiten haben, in dieser Gegenwart anzukommen, sind die politischen Eliten längst damit beschäftigt, die Zukunft dieser Entwicklung zu vertiefen. Ein ambitionierter Plan der Europäischen Kommission, der den schnörkellosen Titel einer »Wiederbewaffnung Europas« trägt, ist nur ein besonders eindrückliches Beispiel dieser Entwicklung, die sich keinesfalls trennen lässt von einem vergleichsweise inflationär beobachteten Autoritarismus. Wie kann die gegenwärtige Expansion der Kriegslogik analysiert und ihre Verbindung zu autoritären Entwicklungen verstanden werden – und was sind wirksame Gegenmittel? Die Veranstaltung soll den Raum für diese Debatten öffnen.

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

22. April 2026: Die beleidigte Republik. Überwachen und Strafen als Antwort auf gesellschaftliche Konflikte – Özge Inan im Gespräch mit Franziska Wildt

6. Mai 2026: Die Welt des Krieges. Diskurs und Politik nach der »Zeitenwende« – Mario Neumann im Gespräch mit Sarah Kruck

11. Juni 2026: Dark Enlightenment: Platform Neofascism as Mass Deception – Bruna Della Torre im Gespräch mit Juana de Oliveira Lorena (in englischer Sprache)

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Wednesday

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Public Lectures

Public Lectures

Das Gespräch »Kulturindustrie heute?« widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie. Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Gespräch mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten. Ausgehend von den klassischen Analysen Adornos und Horkheimers wird gefragt, inwiefern sich die damalige Kritik an der Kulturindustrie auf heutige Film-, Medien- und Popkulturen anwenden lässt oder neu gedacht werden muss. Dabei spielt der Film eine wichtige Rolle: Am Film und seinen Produktions- und Vermarktungsformen lässt sich gut nachvollziehen, wie sich Kunst, Wirtschaft und Öffentlichkeit heute gegenseitig beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Gestaltung, politischer Wirkung, wirtschaftlichen Bedingungen sowie nach Unabhängigkeit, Urheberschaft, Kritikfähigkeit und Öffentlichkeit.

Das Gespräch ist Teil der Reihe »Frankfurter Schule«, die vom Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität, dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialforschung, hr2-kultur und dem Lichter Filmfest Frankfurt International veranstaltet wird, und findet am 29. April 2026 um 19 Uhr im DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum statt.

Zur Reihe
Zwei Stühle, ein Tisch, Spot an: Was sagt die Frankfurter Schule heute zur Lage der Gesellschaft? Welche Antworten gibt die sogenannte »dritte und vierte Generation« auf weltweite Krisen und Konflikte? Zu Gast sind Persönlichkeiten, die – geschult am »Frankfurter Denken« – zu aktuellen Problemlagen Position beziehen und die Gegenwart mithilfe der Kritischen Theorie in den Blick nehmen. Präzise formuliert, verständlich erklärt, ohne zu vereinfachen, mit dem Anspruch, die Bedingungen von Freiheit, Macht und Verantwortung sichtbar zu machen. Denn gesellschaftliche Normen, verankert in Institutionen und Ordnungen, bilden das Fundament unseres sozialen und politischen Zusammenlebens. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm sich die Frankfurter Schule vor, diese Normen und ihre Widersprüche im Rahmen einer umfassenden »Kritischen Theorie« ganzheitlich zu beleuchten – eine Herangehensweise, deren Bedeutung und internationale Wirkung bis heute ungebrochen ist. Die Reihe »Frankfurter Schule« wird in unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Frankfurt fortgesetzt.

Friday

Youtube-Liveübertragung

Vorlesungsreihe »Cátedra Libre Immanuel Wallerstein«

Vorlesungsreihe »Cátedra Libre Immanuel Wallerstein«

Comentan:
Esteban Torres (Director, Cátedra IW)
Luciana Cadahia (PUC, Chile)

El poder punitivo y la guerra son dos fenómenos políticos –no jurídicos- estrechamente vinculados. Esto lo demuestra la historia de nuestra civilización llamada occidental, desde la colonización de nuestra América hasta el presente. El actual punitivismo no es ajeno a las guerras y todo indicaría que nos hallamos en un momento de decadencia civilizatoria, no de crisis, porque no sabemos si se trata de un punto de inflexión. El derecho penal, en tanto, adopta una posición idealista y solipsista para evitar incorporar datos de esta realidad, postulando “teorías de la pena” que retoma del siglo XVIII y que nada tienen que ver con el poder punitivo real en nuestras sociedades. Se encapsula de esta manera en forma peligrosa y solo proporciona soluciones que facilitan el “confort burocrático” de los operadores judiciales. Al hacerlo pasa por alto que cada objetivo asignado a la pena corresponde a un modelo de Estado y a una concepción antropológica, es decir, que trata el núcleo de la ciencia política y de la filosofía como problemas penales con una superficialidad que asombra, proponiendo utopías que esconden las distopías reales de nuestra América. Es urgente corregir el rumbo y dejar de elevar la lógica a ontología.

Transmisión por Youtube de la FCS

Más información: https://sociales.unc.edu.ar/content/6-sesi-n-c-tedra-libre-immanuel-wallerstein-con-eugenio-zaffaroni

Wednesday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Wie es kommen musste – Aspekte des neuen Autoritarismus

Im Internet und auf der Straße, in den Buchhandlungen und Universitäten weht der raue Wind des Strafens. Wer Memes über Politiker postet, muss damit rechnen, dass die Polizei vor der Tür steht. Satirische Posts können Ermittlungen nach sich ziehen, manchmal Gerichtsverfahren. Der strafende Feminismus will patriarchale Gewalt mit der Staatsgewalt beenden und im Kampf gegen Rechts richten sich die Hoffnungen auf ein Parteiverbot der AfD. Wo immer sich Konflikte auftun, scheint es nur noch eine Antwort zu geben, und diese Antwort legt Handschellen an. Das Strafrecht soll das schärfste Schwert des Staates sein und hängt immer tiefer über unseren Köpfen. Wo sind wir da hineingeraten? Und wollen wir überhaupt noch raus?

 

Eine Veranstaltungsreihe von Institut für Sozialforschung und dem Künstler*innenhaus Mousonturm

Gegenwärtig wird sichtbar, was sich schon lange abzeichnete: Politische Kräfte, die neoliberale Politiken mit autoritären Anrufungen verknüpfen, rücken zunehmend zusammen und bilden Allianzen. Die Veranstaltungsreihe »Aspekte des neuen Autoritarismus« nimmt diese Konvergenz in den Blick, die nicht nur soziale Ungleichheiten vertieft, sondern auch demokratische Strukturen zunehmend untergräbt und für viele Menschen eine unmittelbare Bedrohung bedeutet.

Während der Neoliberalismus eine Gesellschaft des Wettbewerbs und der Entsicherung schafft, proklamiert der Autoritarismus einfache Feindbilder und rigide Ordnungen. Gemeinsam erzeugen sie ein gesellschaftliches Klima, das demokratische Prinzipien wie Menschenwürde und Grundrechte zunehmend unter Druck setzt. Die autoritär-neoliberale Allianz ist freilich kein Zufall, sie ist Ausdruck struktureller Dynamiken des Gegenwartskapitalismus. Analytisch wie historisch lässt sich zeigen, dass autoritäre Ordnungsvorstellungen bereits im Kern neoliberaler Ideologie verankert sind.

Die vom Institut für Sozialforschung und Künstler*innenhaus Mousonturm organisierte Veranstaltungsreihe beleuchtet die aktuelle Konjunktur dieser Allianz in Deutschland und der Welt, legt Mechanismen autoritär-neoliberaler Politik und deren gesellschaftlichen Konsequenzen offen und fragt danach, welche Gegenbewegungen zum neuen Autoritarismus sichtbar und denkbar sind.

 

22. April 2026: Die beleidigte Republik. Überwachen und Strafen als Antwort auf gesellschaftliche Konflikte – Özge Inan im Gespräch mit Franziska Wildt

6. Mai 2026: Die Welt des Krieges. Diskurs und Politik nach der »Zeitenwende« – Mario Neumann im Gespräch mit Sarah Kruck

11. Juni 2026: Dark Enlightenment: Platform Neofascism as Mass Deception – Bruna Della Torre im Gespräch mit Juana de Oliveira Lorena (in englischer Sprache)

 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils im 20 Uhr im Künstler*innenhaus Mousonturm. Der Eintritt ist frei.

Tuesday

Campus Westend, Seminarhaus SH 1.109 Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Friday

Institut für Sozialforschung

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

Wird rechte Gewalt medial thematisiert, stehen meist der Täter und seine grausame Tat im Zentrum. Die Morde des NSU, die Anschläge am 9. Oktober 2019 in Halle und am 19. Februar 2020 in Hanau oder auch der Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum in München am 22. Juli 2016 erscheinen darin als einzelne, ideologisch motivierte Akte physischer Gewalt. Doch in welchem größeren gesellschaftlichen Kontext stehen diese Taten? Was hat sie ermöglicht? Was ging den Taten voraus und welche tiefgreifenden Spuren haben die Taten bei den Überlebenden und Angehörigen der Ermordeten hinterlassen? Für solche Fragen scheint das Interesse meist weniger groß zu sein. Von Betroffenen und Überlebenden sowie von antirassistischen und antisemitismuskritischen Initiativen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gewalt rechten Terrors nicht für sich steht; dass sie in ihrer gesellschaftlichen Dimension und im Kontext staatlicher Gewalt analysiert, ihre Bedingungen aufgeklärt und kritisiert werden müssen; und dass Gewalt ein wesentliches Moment in rechtsextremen Ideologien und für das Selbstverständnis rechter Akteure darstellt.

Diesem Verständnis folgend widmet sich der Workshop dem Begriff der Gewalt anhand der sozialen, kulturellen, psychologischen und materiellen Hintergründe und Zusammenhänge rechtsextremer Taten. Dazu schlagen wir vor, die Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit im Begriff der »Gewalt/en« zu entfalten: Gewalten im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Institutionen stehen in einem doppelten Verhältnis zu rechter Gewalt: Zum einen sollen sie die Freiheit und Gleichheit aller Bürger:innen garantieren und sie gegen (rechte) Gewalt schützen; zum anderen stehen diese Institutionen für eine strukturelle Gewalt, die vor allem jene trifft, die von rechter Gewalt besonders betroffen sind. Wie also lässt sich der Ort und die Bedeutung dieser strukturellen, institutionellen Gewalt für das Verständnis von Gewalttaten rechten Hasses bestimmen? Welche Komplizenschaft besteht hier und inwiefern greifen beide ineinander? Inwieweit werden sie durch Ignoranz und Desinteresse gegenüber den Opfern der Gewalt begünstigt, durch aktive Formen des Wegsehens und der Abwehr gesellschaftlich mitgetragen? Inwieweit wird darin auch eine epistemische Dimension der Gewalt erkennbar?

Damit verbunden stellt sich die Frage, welche Anforderungen eine Kritik der rechten Gewalt/en erfüllen muss, die diese vielfältigen Dimensionen miteinbegreift? Wie lässt sich die Kritik der Gewalt dabei auch mit der Frage der Trauer um die Opfer rechter Gewalt verbinden? Welche Formen der öffentlichen Erinnerung sind im Sinne der Kritik erforderlich? Wie können Angehörige und Überlebende davor bewahrt werden, dass die leidvollen Erfahrungen in der medialen Darstellung rechter Gewalttaten verstärkt oder verlängert werden? Welche diskursiven und künstlerischen Auseinandersetzungen mit rechter Gewalt vermögen die Gewalt zur Darstellung zu bringen, ohne selbst an ihr zu partizipieren. Gibt es eine ästhetische Gewalt der Kunst?

Diese und weitere Fragen um die Vielschichtigkeit von Gewaltverhältnissen sowie um die verschränkten Formen und Aspekte der Gewalt sollen im Workshop in interdisziplinärer Hinsicht und anhand verschiedener inhaltlicher Schwerpunkte diskutiert werden.

 

Programm

Donnerstag, 16. April

 

14:00

Ankommen, Begrüßung

15:00

 

Niklas Krawinkel

Zeithistorische Überlegungen zu den Ermöglichungsbedingungen rechter Gewalt

16:15

Pause

16:30

 

Luise Klaus

Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendungen

17:45

Pause

18:00

Gloria Freitag

Countering the Question: Who Counts? Zur Kritik (nicht nur) epistemischer Gewalt

20:00

Gemeinsames Abendessen

 

Freitag, 17. April

 

10:30

Ankommen, Kaffee

11:00

Ayşe Güleç

Lernen und Verlernen – (migrantisch) situiertes Wissen

12:15

Pause

12:30

 

Matthias N. Lorenz

Bilder, Blicke, Narrative: Rostock-Lichtenhagen 1992 und danach

14:00

Ende der Veranstaltung, Mittagessen

 

Organisation

Rime Abd Al Majeed, Marina Martinez Mateo, Felix Trautmann, Franziska Wildt

(Institut für Sozialforschung, HfG Offenbach, Akademie der Bildenden Künste München, Leuphana Universität Lüneburg)

 

Veranstaltung im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Projekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung«.

Thursday

Institut für Sozialforschung

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

Wird rechte Gewalt medial thematisiert, stehen meist der Täter und seine grausame Tat im Zentrum. Die Morde des NSU, die Anschläge am 9. Oktober 2019 in Halle und am 19. Februar 2020 in Hanau oder auch der Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum in München am 22. Juli 2016 erscheinen darin als einzelne, ideologisch motivierte Akte physischer Gewalt. Doch in welchem größeren gesellschaftlichen Kontext stehen diese Taten? Was hat sie ermöglicht? Was ging den Taten voraus und welche tiefgreifenden Spuren haben die Taten bei den Überlebenden und Angehörigen der Ermordeten hinterlassen? Für solche Fragen scheint das Interesse meist weniger groß zu sein. Von Betroffenen und Überlebenden sowie von antirassistischen und antisemitismuskritischen Initiativen wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gewalt rechten Terrors nicht für sich steht; dass sie in ihrer gesellschaftlichen Dimension und im Kontext staatlicher Gewalt analysiert, ihre Bedingungen aufgeklärt und kritisiert werden müssen; und dass Gewalt ein wesentliches Moment in rechtsextremen Ideologien und für das Selbstverständnis rechter Akteure darstellt.

Diesem Verständnis folgend widmet sich der Workshop dem Begriff der Gewalt anhand der sozialen, kulturellen, psychologischen und materiellen Hintergründe und Zusammenhänge rechtsextremer Taten. Dazu schlagen wir vor, die Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit im Begriff der »Gewalt/en« zu entfalten: Gewalten im Sinne von Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Institutionen stehen in einem doppelten Verhältnis zu rechter Gewalt: Zum einen sollen sie die Freiheit und Gleichheit aller Bürger:innen garantieren und sie gegen (rechte) Gewalt schützen; zum anderen stehen diese Institutionen für eine strukturelle Gewalt, die vor allem jene trifft, die von rechter Gewalt besonders betroffen sind. Wie also lässt sich der Ort und die Bedeutung dieser strukturellen, institutionellen Gewalt für das Verständnis von Gewalttaten rechten Hasses bestimmen? Welche Komplizenschaft besteht hier und inwiefern greifen beide ineinander? Inwieweit werden sie durch Ignoranz und Desinteresse gegenüber den Opfern der Gewalt begünstigt, durch aktive Formen des Wegsehens und der Abwehr gesellschaftlich mitgetragen? Inwieweit wird darin auch eine epistemische Dimension der Gewalt erkennbar?

Damit verbunden stellt sich die Frage, welche Anforderungen eine Kritik der rechten Gewalt/en erfüllen muss, die diese vielfältigen Dimensionen miteinbegreift? Wie lässt sich die Kritik der Gewalt dabei auch mit der Frage der Trauer um die Opfer rechter Gewalt verbinden? Welche Formen der öffentlichen Erinnerung sind im Sinne der Kritik erforderlich? Wie können Angehörige und Überlebende davor bewahrt werden, dass die leidvollen Erfahrungen in der medialen Darstellung rechter Gewalttaten verstärkt oder verlängert werden? Welche diskursiven und künstlerischen Auseinandersetzungen mit rechter Gewalt vermögen die Gewalt zur Darstellung zu bringen, ohne selbst an ihr zu partizipieren. Gibt es eine ästhetische Gewalt der Kunst?

Diese und weitere Fragen um die Vielschichtigkeit von Gewaltverhältnissen sowie um die verschränkten Formen und Aspekte der Gewalt sollen im Workshop in interdisziplinärer Hinsicht und anhand verschiedener inhaltlicher Schwerpunkte diskutiert werden.

 

Programm

Donnerstag, 16. April

 

14:00

Ankommen, Begrüßung

15:00

Niklas Krawinkel

Zeithistorische Überlegungen zu den Ermöglichungsbedingungen rechter Gewalt

16:15

Pause

16:30

Luise Klaus

Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendungen

17:45

Pause

18:00

Gloria Freitag

Countering the Question: Who Counts? Zur Kritik (nicht nur) epistemischer Gewalt

20:00

Gemeinsames Abendessen

 

Freitag, 17. April

 

10:30

Ankommen, Kaffee

11:00         

Ayşe Güleç

Lernen und Verlernen – (migrantisch) situiertes Wissen

12:15

Pause

12:30

Matthias N. Lorenz

Bilder, Blicke, Narrative: Rostock-Lichtenhagen 1992 und danach

14:00

Ende der Veranstaltung, Mittagessen

 

Organisation

Rime Abd Al Majeed, Marina Martinez Mateo, Felix Trautmann, Franziska Wildt

(Institut für Sozialforschung, HfG Offenbach, Akademie der Bildenden Künste München, Leuphana Universität Lüneburg)

 

Veranstaltung im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Projekts »Die Kunst der Gegenuntersuchung«.

Tuesday

2og:dondorf

Public Lectures

Public Lectures

Gabu Heindl und Drehli Robnik im Gespräch mit Tabea Latocha und Stephan Lessenich

Angesichts der Klimakatastrophe, ungerechter Verteilung von Reichtum oder Forderungen nach lebenswertem Wohn- und Stadtraum für alle werden oft Lösungen propagiert, die politische Kontexte und komplexe Bedingungen ausblenden. Solche puristischen Ansätze wie auch die damit verbundenen technisch-administrativ verkürzten Lösungen lassen geltende Herrschaftsverhältnisse unangetastet. Dem entgegen wird mit »nonsolution« ein radikaldemokratisch politisierter Ansatz vorgeschlagen. Der von dem Soziologen, Historiker und Stadttheoretiker Siegfried Kracauer geprägte Begriff legt nahe, dass nicht Lösungen vermieden, sondern aktive Nichtlösungen betrieben und strittige Positionen mit Nachdruck bezogen werden. In Verbindung von Wohn- und Städtebau-Planung und politischer Theorie meint »nonsolution« den Einspruch gegen die verordnete Lösung und die Wiederaufnahme des Problematisierens.

Hintergrund der Veranstaltung ist das gemeinsam von Gabu Heindl und Drehli Robnik verfasste Buch: Nonsolution: Zur Politik der aktiven Nichtlösung im Planen und Bauen. (Hamburg: adocs 2024), sowie Heindls Buch über Stadtkonflikte (Wien: mandelbaum 2022) in radikaldemokratischer Sicht und Robniks Flexibler Faschismus (Bielefeld: transcript 2024), ausgehend von Siegfried Kracauers Studien zu rechten Mobilisierungen. Im Gespräch mit Tabea Latocha und Stephan Lessenich diskutieren die Autor*innen über heutige Konfliktlagen zu Wohn(um)bau und Stadtplanung und stellen mit Siegfried Kracauers Denkimpulsen zudem Verbindungslinien zur fortschreitenden Faschisierung her.

 

Gabu Heindl ist Professorin und Leiterin des Fachgebiets »Architektur Stadt Ökonomie« an der Universität Kassel. Als Architektin und Stadtplanerin betreibt sie das Büro GABU Heindl Architektur in Wien.

Tabea Latocha ist Postdoktorandin an der Professur Stadtplanung der Bauhaus-Universität Weimar und assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«.

Stephan Lessenich ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Direktor des Instituts für Sozialforschung.

Drehli Robnik ist Autor und Kritiker mit den Schwerpunkten Politik, Geschichte und Film in Wien.

 

In Kooperation mit dem Graduiertenkolleg »Gewohnter Wandel«

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 499392530

 

Friday

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Ringvorlesung des DFG-Graduiertenkollegs »Gewohnter Wandel«

Podiumsgespräch mit

Christoph Manus (Frankfurter Rundschau)

Conny Petzold (Mietentscheid Frankfurt)

Alexis Passadakis (Kampagne Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen!)

Johanna Betz (Institut für Humangeographie, Goethe-Universität Frankfurt a.M.)

Felix Wiegand (Institut für Sozialforschung, Frankfurt a.M.)

 

Ob »Bauen statt Babbeln«, „Wohnen statt Wucher« oder »Mietenstopp für alle!«: Selten waren wohnungspolitische Forderungen im Frankfurter Stadtbild so sichtbar wie in diesem Kommunalwahlkampf. Kurz vor den Wahlen hat das Thema weitere Dynamik erhalten. Nach dem Haushaltsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung soll die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt in den kommenden Jahren rund 10.000 neue Sozialwohnungen schaffen. Damit würde die zentrale Forderung des Bürgerbegehrens »Mietentscheid Frankfurt« endlich Realität – doch die tatsächliche Umsetzung ist keineswegs gesichert. Und auch anderswo drohen nach den Wahlen harte Konflikte: Nachdem Klimakrise und Klimaschutz im Wahlkampf kaum eine Rolle gespielt haben, scheinen die Perspektiven für eine echte sozial-ökologische Transformation des Wohnens in Frankfurt weitgehend unklar – und etwa eine drohende Bebauung der Grünen Lunge im Frankfurter Nordend doch wieder möglich.

Vor diesem Hintergrund wollen wir den Abend nutzen, um auf unsere Veranstaltungsreihe »WohnWendeWerkstatt« zurückzublicken und die Ergebnisse der Kommunalwahl zu diskutieren. Gemeinsam möchten wir überlegen, welche Perspektiven für eine sozialökologische Wohnwende in Frankfurt jetzt bestehen – und welcher nächsten Schritte es hierfür bedarf.

Im Anschluss an die Veranstaltung informeller Ausklang an der Bar.

 

Die Veranstaltung bildet den vorläufigen Abschluss der Reihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt«, die das Wohnlabor am Institut für Sozialforschung (IfS) mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1) organisiert.

Wednesday

Instituto Cervantes

Nach Franco: 50 Jahre demokratischer Wandel in Spanien

Nach Franco: 50 Jahre demokratischer Wandel in Spanien

[Leider muss diese Veranstaltung entfallen]

Welche Rolle spielten Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen nach Francos Tod? Ohne den Druck, den politisierte Nachbarschaftsvereine, Gewerkschaften, Universitäten und eine alternative Kulturszene ausübten, wäre es wohl nicht zur erfolgreichen transición von der Diktatur zur liberalen Demokratie gekommen. Zugleich blieben aber die franquistisch-revisionistischen Kräfte präsent, so dass sich im Ergebnis dos Españas, zwei Spanien, gegenüberstanden. Lluis beschreibt zunächst den brüchigen Konsens, der bis zur Wirtschaftskrise in den späten Nullerjahren hielt. Erst ab 2011 wurde diese »Kultur der transición« mit den Platzbesetzungen der Indignados und neuen, linkspopulistischen Parteien in Frage gestellt. So entstand eine Gegenkultur, die zwar in linken Regierungswechseln ihren Ausdruck fand, aber zugleich eine neoautoritäre Reaktion provozierte.

Conrad Luis, Soziologe an der Universität Kassel mit katalanischen Wurzeln, ist Autor von Indignados-Bewegung, Populismus und demokratische Praxis in Spanien, 2011-2016. Derzeit vergleicht er in einem Postdoc-Projekt die stationäre Altenpflege in Deutschland und Spanien.

Saturday

2og:dondorf

Public Lectures

Public Lectures

Das 2og:dondorf lädt die Stadtgesellschaft und alle Interessierten zum Tag der offenen Tür ins zweite Obergeschoss der ehemaligen Dondorf-Druckerei ein. Dabei stellen die unterschiedlichen hier aktiven Initiativen sich und ihre Arbeit vor.

Das Institut für Sozialforschung (IfS) verfolgt in den Räumen des 2og:dondorf den Anspruch, einen Ort zu schaffen, an dem die bis in die Alltagspraxis hineinreichenden Widersprüche der bestehenden Gesellschaftsform offengelegt und mit der Stadtgesellschaft debattiert werden können. Dieses Anliegen wird über das »Wohnlabor«, als Schnittstelle zwischen transdisziplinärer Wohnungsforschung und Stadtgesellschaft, und öffentliche Diskussionsveranstaltungen verfolgt.

Am Tag der offenen Tür werden im »Studio 6«, das sich IfS und Wohnlabor mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) teilen, zwei Diskussionsveranstaltungen stattfinden. Um 17 Uhr wird Felix Wiegand (Ansprechpartner für das Wohnlabor) mit Akteur:innen aus sozialen Bewegungen eine Diskussion zum Thema Leerstand führen. Stephan Lessenich (Direktor des IfS) wird um 18.30 Uhr im Gespräch mit Caroline Geißler (autorenbuchhandlung marx & co) anlässlich der Ereignisse um die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises über die aktuellen Tendenzen autoritärer Formierung der Gesellschaft sprechen.

Im Flur des zweiten Stockwerks wird die Ausstellung »Utopie und Leerstand« zu sehen sein. Aus einer Forschungswerkstatt am Institut für Humangeographie hervorgegangen, macht sie anhand prägnanter Gebäude – darunter auch die ehemalige Dondorf-Druckerei selbst – die Kämpfe um den Campus Bockenheim in Frankfurt am Main sichtbar.

 

Programm:

Gemeinschaftsraum:

13 Uhr: Begrüßung im offenen Kultur- und Wissensraum im zweiten Obergeschoss der ehemaligen Dondorf-Druckerei

14 Uhr: »Dondorf-Talk« Panel mit den Initiativen des Hauses

Ab 20 Uhr: Bar Abend mit Musik von Spirax e.V.

 

Studio 6:

17 Uhr: »Leben statt Leerstand?! Stadtpolitische Konflikte zwischen staatlicher Regulierung und selbstorganisierter Aneignung.« Akteure aus sozialen Bewegungen im Gespräch mit Felix Wiegand

18.30 Uhr: »Neues vom Kulturkampf: Zur (Nicht-)Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises« Caroline Geißler im Gespräch mit Stephan Lessenich

 

Weitere Informationen finden sich auf der Website des 2og:dondorf.

Tuesday

Instituto Cervantes

Nach Franco: 50 Jahre demokratischer Wandel in Spanien

Nach Franco: 50 Jahre demokratischer Wandel in Spanien

Der Übergang zur spanischen Demokratie war geprägt von Emotionen, vor allem der Angst vor der Gewalt des franquistischen Militärs, aber auch vor der baskischen ETA. Die mit der neuen Freiheit verbundenen Hoffnungen wichen bald einer gewissen Ernüchterung. Was jedoch blieb, waren sexuelle Befreiung, Feminismus, queere Sensibilitäten und der Zerfall der patriarchalischen Familie, wie sie sich in der movida zeigten. Allen Anfechtungen zum Trotz sind bis heute die Anerkennung des mehrsprachigen und vielfältigen Charakters des Landes sowie die Lebendigkeit von politischem Protest und zivilgesellschaftlicher Organisation Kennzeichen für die politische Kultur Spaniens.

Birgit Aschmann ist an der HU Berlin Professorin für Europäische Geschichte. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Politische Kulturgeschichte, Geschichte der Emotionen und Gendergeschichte. Sie ist Autorin von Beziehungskrise. Eine Emotionsgeschichte des katalanischen Separatismus.

Thursday

Instituto Cervantes

Nach Franco: 50 Jahre demokratischer Wandel in Spanien

Nach Franco: 50 Jahre demokratischer Wandel in Spanien

[Die Veranstaltung am 12.3. muss verschoben werden. Über den Ersatztermin wird an dieser Stelle sobald wie möglich informiert.]

Im Übergang zur Demokratie wurde das Schweigen institutionalisiert. »Mein Name ist Cristina und ich bin auf der Suche nach meinen Toten.« So beginnt der Roman, in dem sich Fallarás mit dem Schweigen und den Lügen in ihrer eigenen Familie auseinandersetzt: Der eine Großvater wurde der von den Franco-Leuten erschossen, der andere stand auf der Seite der Sieger. Andererseits entstand in der transición eine feministische Bewegung, die auch in ihren langfristigen Wirkungen zu den stärksten weltweit zählt.

Cristina Fallarás ist Journalistin, Autorin und eine unermüdliche feministische Aktivistin. Nach dem Kuss-Skandal bei der Frauenfussball-WM 2023 begann sie in ihren sozialen Netzwerken anonyme Zeugenaussagen zu teilen, die schließlich zum Rücktritt von Iñigo Errejón, dem Sprecher der Linkspartei Sumar führten. Zusammen mit der spanisch-deutschen Künstlerin und Theaterregisseurin Eleonora Herder spricht Fallarás über die feministische Bewegung, die aus der transición hervorging. Dabei werden auch kontroverse Themen wie Prostitution oder die Position des Feminismus zu Trans-Personen nicht ausgespart.

 

El feminismo surgido de la transición española es uno de los más potentes del mundo. Cristina Fallarás, periodista y autora de una docena de libros, practica un incansable activismo feminista. Tras la polémica del Caso Rubiales, en 2023, comenzó a compartir en sus redes sociales testimonios anónimos que finalmente dieron pie a la dimisión del portavoz de Sumar, Iñigo Errejón. Junto con la artista y directora de teatro Eleonora Herder, Fallarás hablará del origen del feminismo español, además de abordar temas polémicos dentro del propio movimiento, como la prostitución o las mujeres trans.

Thursday

2og:dondorf (ehemalige Dondorf Druckerei)

WohnWendeWerkstatt

WohnWendeWerkstatt

Hat Frankfurt eine rassistische Wohnungskrise? Worum geht es, wenn wir über Rassismus auf dem Wohnungsmarkt sprechen? Es geht um rassistische Zuschreibungen, diskriminierende Auswahlpraktiken bei Bewerbungen um eine Wohnung und um städtische Verdrängungsmechanismen, die auch in Frankfurt den Zugang zu Wohnraum prägen.

Frankfurt wächst, die Mieten steigen, und wer eine bezahlbare Wohnung ergattern kann, entscheidet sich oft nicht nur am Einkommen, sondern an Nachnamen, Staatsangehörigkeit oder Sprache.

Frankfurt am Main – eine Stadt, in der mehr als die Hälfte der Bewohner*innen eine Migrationsgeschichte hat – ist zugleich Symbol urbaner Vielfalt und Ort sozialer Ungleichheit. Der ungleich verteilte Zugang zu Wohnraum ist hier Ausdruck gesellschaftlicher Zugehörigkeit und sozialer Sicherheit.

Die Veranstaltung fragt nach den strukturellen Zusammenhängen von Wohnen, Migration und Rassismus: Welche Rolle spielen institutionelle Hürden,  »unsichtbare« Grenzen und politische Entscheidungen auf dem Wohnungsmarkt? Und wie kann solidarische Stadtentwicklung in einer postmigrantischen Metropole wie Frankfurt aussehen?

Gemeinsam mit Expert*innen aus Wissenschaft, Aktivismus und Stadtgesellschaft diskutieren wir, wie Wohnen zum Ort gesellschaftlicher (Un-)Gleichheit wird – und was dagegen getan werden kann. Frankfurt, Stadt der Vielfalt, soll auch Stadt der Chancengleichheit sein – für alle, die hier leben.

 

Referent*innen:

- Dr. Cihan Sinanoğlu (Leiter der Geschäftsstelle Rassismusmonitor (NaDiRa) am DeZIM, Berlin)

- Dr. Harpreet Cholia (Leitung der Stabsstelle Antidiskriminierung am AmkA, Frankfurt a.M.)

- Prof. Dr. Heike Hanhörster (TU Berlin im Bereich Diversität und räumliche Planung)

Und Co.

 

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe »WohnWendeWerkstatt. Wohnungspolitische Konflikte und sozial-ökologische Perspektiven in Frankfurt«, die das Wohnlabor am Institut für Sozialforschung (IfS) mit Unterstützung des DFG-Graduiertenkollegs Gewohnter Wandel (GRK 2892 ∕ 1) organisiert.

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, PEG-Gebäude 1.G 165

Meetings, Conferences, Workshops

Meetings, Conferences, Workshops

Ausgangspunkt der Tagung ist die seit einigen Jahren zu beobachtende strukturelle und programmatische Aufwertung der kommunalen Ebene für die Organisation des Bildungswesens sowie das geringe Interesse kritischer Bildungsforschung an Entwicklungen und Prozessen kommunaler und regionaler Bildungspolitik. Begriffe und Konzepte wie kommunales Bildungsmanagement, Bildungsnetzwerke oder Bildungslandschaften verdeutlichen die zunehmende Orientierung des politischen Gestaltungs- und Reformwillens an der kommunalen Bildungspolitik.
Diese Entwicklung ist eng verknüpft mit der Einführung eines evidenz- und datenbasierten Modells in der kommunalen Bildungssteuerung und Bildungsverwaltung. In diesem Komplex kommt der evidenzbasierten empirischen Bildungsforschung hinsichtlich der wissenschaftlichen Beratung und Begleitung von regionalen und kommunalen Bildungsstrategien und Maßnahmen eine Schlüsselrolle zu. Kaum hinterfragt werden jedoch die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit nicht nur der engen bis nahezu ausschließlichen Kooperation von Bildungspolitik und empirischer Bildungsforschung als solcher, sondern auch die Tatsache, dass eine gewisse Dominanz der evidenzbasierten empirischen Bildungsforschung in diesem Bereich zur faktischen Normierung derjenigen kommunalen Bildungsverhältnisse führt, deren Planung undnSteuerung sie wissenschaftlich stützt.

Vor diesem Hintergrund macht die Tagung konzeptionelle und politische Entwicklungen und Prozesse kommunaler Bildungspolitik sowie Formen ihrer wissenschaftlichen Untersuchung, Begleitung und Gestaltung zum Gegenstand kritischer Bildungstheorie und Bildungsforschung. Die Tagung möchte damit nicht nur kommunale Bildungspolitik als Themen- und Forschungsfeld einer gesellschaftstheoretisch und gesellschaftskritisch ausgerichteten Bildungsforschung in den Fokus rücken. Sie verfolgt auch das Ziel, über die Leistungsfähigkeit datenbasierter kommunaler Bildungspolitik sowie über die Wirksamkeit evidenzbasierter Bildungsforschung und die thematischen Leerstellen, die sie selbst produziert, zu diskutieren.

Das Programm findet sich im Flyer.

Organisation der Veranstaltung: Netzwerk »Kritische Bildungsforschung« in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis »Kritische Bildungsforschung«

 

Anmeldung bis 18.02.2026 an S.Sachs@em.uni-frankfurt.de

 

 

Tuesday

Künstler*innenhaus Mousonturm

Public Lectures

Public Lectures

Anlässlich des Erscheinens der neuen Ausgabe von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung

Angesichts der anhaltenden rechten, meist rassistischen und antisemitischen Gewalt in Deutschland sowie ihrer häufig unzureichenden strafrechtlichen Verfolgung widmet sich der Abend künstlerischen Interventionen, die die Grenzen behördlicher Ermittlungen und medialer Berichterstattung reflektieren. Im Zentrum steht die Frage, inwiefern Kunst durch die Bearbeitung vorhandener Untersuchungsmaterialen und die Einbeziehung ausgeklammerter Perspektiven selbst zu einer Form der Untersuchung werden kann, die die Verzerrungen und Leerstellen der etablierten Verfahren offenlegt und in Frage stellt. Nach einer Lesung des Theaterautors und Regisseurs Tuğsal Moğul sowie einem Screening der Filmemacherin Aysun Bademsoy diskutieren die Herausgeber:innen des WestEnd-Schwerpunkts »Die Kunst der Gegenuntersuchung« mit den Künstler:innen über ästhetische Verfahrensweisen der Bezeugung und Aufklärung rechter Gewalt.

Gäste: Aysun Bademsoy, Marie-Hélène Gutberlet, Tuğsal Moğul, Felix Trautmann, Franziska Wildt
Moderation: Francesca Raimondi

Launch von WestEnd 02/2025