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Futuring Critical Theory, Opening: Stephan Lessenich

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Opening Stephan Lessenich (Director of the Institute for Social Research)

International Conference »Futuring Critical Theory«

The aim of the conference is to determine where Critical Theory stands and to reorient it in the light of the existential challenges of our times. In the course of recent academic and political debates on, for example, post- and de-colonialism, queer feminism and new materialism, several supposed certainties of Frankfurt School Critical Theory have in part been fundamentally challenged. Critical Theory has been put to the test on two fronts: On the one hand, the explanatory power of an approach that in its interpretation of crises has so far neither focused on the global interconnectedness of social phenomena nor on the material dimension of social reproduction has been called into question. On the other hand, it is debatable whether classical Critical Theory’s normative tools are still appropriate for theorizing contemporary social relations. To mark the IfS’s 100th anniversary, »Futuring Critical Theory« will be the place where the process of developing a new research program for the IfS comes to a preliminary conclusion and the program will be presented to a wider public for the first time.

Futuring Critical Theory Wednesday, 13 Sep 23 Campus Westend, Casino Building Goethe University Frankfurt

Video / Sound / Editing: @mkffm © IfS


[FAZ]

FAZ über die Frankfurter Schule: »Was Herbert Marcuse von Gen Z und Klimaklebern gehalten hätte«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Herbert Marcuse stand auf der Seite neuer sozialer Bewegungen und jugendlicher Rebellen. Er hätte die Gen Z verteidigt und wohl auch die Klimakleber unterstützt.


[WOZ]

Stephan Lessenich: »Sterben lassen und leben machen«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Sind wir heute nicht alle ein bisschen neoliberal? Bei dieser Frage könnte das Gedenken an den Putsch in Chile beginnen, von dem aus der Neoliberalismus seinen historischen Siegeszug antrat.


[FAZ]

FAZ über die Frankfurter Schule: »Horkheimer und das Verhältnis des Menschen zum Tier«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Die Missachtung von Tieren beweist ein gestörtes Verhältnis zur Natur, sagt Max Horkheimer: Vorstufe einer Einstellung, die sich heute mehr und mehr Bahn bricht.


[FAZ]

FAZ über die Frankfurter Schule: »Was Adorno zur woken Identitätspolitik gesagt hätte«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Wenn er das geahnt hätte: Die Kulturindustrie durchdringt die Gesellschaft wie nie zuvor. Und eine Identitätspolitik greift um sich, die Menschengruppen isoliert. Adorno hätte das jedenfalls nicht behagt.


[FAZ]

Christian Spernac–Wolfer und Ferdinand Sütterlütty: »Vom falschen Versprechen guter Arbeit«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Tausende rumänische Arbeiter bauen unter miserablen Bedingungen an der Zukunft Deutschlands. Ein Projekt am Institut für Sozialforschung in Frankfurt begleitet einige der Wanderarbeiter.


[jW]

Dirk Braunstein: »Denk’ ich an Frankfurt in der Nacht …«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Eine Party wird vorbereitet: »Schon Wochen vor dem großen Fest wurden die Einladungen verschickt.« Statt, wie üblich, erst Wochen danach – nicht, dass die Fete Ausmaße annimmt! »Für den 27. Februar 1932 baten der protestantische Theologieprofessor Paul Tillich und seine Frau Hannah zum Maskenball in ihrer Wohnung in Frankfurt-Niederrad, Vogelstraße 11. Wie sich letztere erinnert.« – Moment, wer? Die Elf? Die Vogelstraße? Die Wohnung? Ganz sicher und überaus zuverläs...


[jW]

Dirk Braunstein: »So ein hässliches Wort«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Wer Texte veröffentlicht, muss mit Reaktionen rechnen, denn dafür schreibt man ja. Dann wird man rezensiert, zu Tagungen eingeladen – z. B. und überraschenderweise nach Beijing sowie, zum selben Thema, nach Paderborn –, und so geht’s halt seinen wissenschaftsbetrieblichen Gang, der gerne »öffentlicher Diskurs« genannt wird. Wichtig ist hier das Adjektiv »öffentlich«! – Wer hingegen die Rezeption eines Textes mit einem Kennenlernen dessen Autors verwechselt, darf sic...


[Tagesspiegel]

Tagesspiegel über die Adorno Vorlesungen 2023: »Spuren des Anderen: Antisemitismus aus psychoanalytischer Sicht«

Zeitungsartikel, Über das IfS

100 Jahre Frankfurter Institut für Sozialforschung: Ilka Quindeau hält die Adorno-Vorlesungen – durchaus im Widerspruch zu deren philosophischem Namensgeber.


Adorno-Vorlesung 2023: Ilka Quindeau »Der Vorwurf des Antisemitismus« (3/3)

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Ilka Quindeau Der Vorwurf des Antisemitismus 3. Vorlesung »Spuren des Anderen. Antisemitismus aus psychoanalytischer Perspektive«

Mit ambitionierten Forschungsprogrammen suchten die Kritische Theorie und die Psychoanalyse zur Erklärung des Antisemitismus beizutragen. Doch bleibt die Frage offen, ob sich Antisemitismus psychologisch wirklich am Charakter, an der Persönlichkeitsstruktur der Einzelnen festmachen lässt, wie es die Theorie des autoritären Charakters insinuiert. In den diesjährigen Adorno-Vorlesungen entwirft die Psychoanalytikerin Ilka Quindeau ein Verständnis von Antisemitismus als ideologischem Narrativ, das auf eine psychische Konfliktkonstellation reagiert und die Alterität und Ambivalenzen des Anderen negiert. Anhand der psychoanalytischen Methode der Dekonstruktion entwickelt sie ihre Analyse exemplarisch am Gruppenexperiment des Instituts für Sozialforschung aus den 1950er Jahren sowie der Antisemitismusdebatte im Rahmen der documenta 15. In der ersten Vorlesung mit dem Titel »Wozu Antisemitismus?« wendet Ilka Quindeau die klassische Formulierung, was Antisemitismus ist, in die Frage nach seinen psychischen Funktionen. Vor dem Hintergrund des spannungsreichen Verhältnisses zwischen Kritischer Theorie und Psychoanalyse wird ein alteritätstheoretischer psychoanalytischer Ansatz vorgestellt, welcher der Problematik der Ich-psychologischen Wende in der sozialpsychologischen Forschung zu Antisemitismus Rechnung trägt. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Dimension des Unbewussten als grundlegender Alterität im Kern des Eigenen. Seit Adornos berühmter Interpretation des Gruppenexperiments gilt das Schuldabwehr-Theorem als feste Gewissheit im Diskurs über die nationalsozialistische Vergangenheit. In ihrer zweiten Vorlesung »Schuld und Abwehr – Wunsch oder Wirklichkeit?« nimmt Ilka Quindeau indes den Zweifel einer kritisch psychoanalytischen Lesart des Materials auf, ob von Schuldabwehr gesprochen werden kann. Denn Schuld und Abwehr setzen ein entsprechendes moralisches Bezugssystem der Akteur:innen voraus. Eine exemplarische Analyse der Affekt- und Konfliktstruktur, die sich in dem empirischen Material findet, soll Aufschluss über diese Frage geben. Die dritte Vorlesung »Der Vorwurf des Antisemitismus« nimmt die documenta 15 zum Anlass, um die komplexe Dynamik des Antisemitismusvorwurfs in gegenwärtigen Debatten zu untersuchen. Was wird verhandelt, wenn man Andere des Antisemitismus bezichtigt? Was wird unsichtbar? Und wozu dient der Vorwurf? Ilka Quindeau rekonstruiert die Debatte kritisch anhand des Konzepts der Ambiguitätsintoleranz als psychischer Voraussetzung des Antisemitismus. Während der Antisemitismusvorwurf an dieser Intoleranz partizipieren kann, zielt die Kritik des Antisemitismus dagegen auf die Akzeptanz von Ambiguität. Ilka Quindeau, Prof. Dr., ist Psychoanalytikerin und arbeitet seit 2020 als Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Von 2018 bis 2020 war sie Präsidentin der International Psychoanalytic University in Berlin. Sie ist zudem Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse an der Frankfurt University of Applied Sciences. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Feldern der individuellen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust sowie der Biographie-, Trauma- und Geschlechterforschung. Zu ihren Buchveröffentlichungen zählen unter anderem Der Wunsch nach Nähe. Liebe und Begehren in der Psychotherapie (zusammen mit Wolfgang Schmidbauer). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2017 sowie Spur und Umschrift. Die konstitutive Bedeutung von Erinnerung für die Psychoanalyse. München: Fink 2004.

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2023 7. Juli 2023 Campus Bockenheim, Hörsaal IV Goethe-Universität Frankfurt am Main

Video/Ton/Schnitt: @mkffm

© IfS, mit freundlicher Genehmigung vom Suhrkamp-Verlag (https://www.suhrkamp.de)