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[soziopolis]
Larissa Schindler mit einer Rezension zu »Feldverhältnisse«: Irritation als methodisches Programm
Rezensionen, Über das IfS
Zu den Neuerscheinungen im Bereich der vertieften Methodeneinführung gehört der Band Feldverhältnisse. Irritation und Erkenntnis im Forschungsprozess, herausgegeben von Annette Hilscher und Minna Ruokonen-Engler. In acht Aufsätzen vertreten die beiden Herausgeberinnen und sechs weitere Autor:innen die These, dass Irritationen im Rahmen empirischer Forschung nicht nur regelmäßig auftreten, sondern ein wichtiges Element für Analyse und Erkenntnisgewinn darstellen. Doch trotz ihrer hohen Frequenz und Relevanz für den Forschungsprozess finden Unsicherheiten und Irritationen bislang für »gewöhnlich höchstens in einer Randnotiz Erwähnung« (S. 7), so die Herausgeberinnen in der Einleitung. Vor diesem Hintergrund wollen sie es genauer wissen und fragen nach dem epistemischen Gehalt (S. 9) irritierender Entwicklungen und Ereignisse im Verlauf der Forschungsarbeit, also danach, was sich aus ihnen lernen lässt. Die Herausgeberinnen verorten dies, nicht nur aber auch, gesellschaftskritisch und konstatieren: »Nicht selten weisen die Irritationen auf einen Bruch mit hegemonialen Wissensbeständen hin und fordern die Methoden akademischer Wissensproduktion heraus« (S. 8). Nun ist der epistemische Wert von Irritation gerade in der qualitativen Forschung weithin bekannt und kaum umstritten,[3] doch die tiefgehende wie detaillierte Auseinandersetzung der verschiedenen Beiträge dieses Buches stellt zweifelsohne eine spannende Bereicherung für die einschlägige Diskussion dar.
Dirk Braunstein: Zur Vernunft kommen. War Jürgen Habermas staatstragend? Anmerkungen zu einem irreführenden Begriff
Zeitungsartikel, Aus dem IfS
Offen bleibt, ob Habermas’ Theorie, der es weniger als der von Adorno um die von Zwang und Herrschaft befreite Menschheit ging als vielmehr darum, normative Verbindlichkeiten mittels herrschaftsfreier Diskurse zu generieren, bei aller Austreibung von Utopie und Radikalität zugunsten anschlussfähiger Theoriebildung, dennoch eine Kritische ist. Denn so evident verschieden die Beweggründe und Ziele jener Theoriegebilde sind, so unübersehbar ist auch, dass Habermas’ Werk faktisch zum Kanon der Kritischen Theorie gezählt und seine Theorie weltweit deren Tradition zugerechnet wird. Eine Theoriegeschichte, die auf Wahrheit aus ist, wird jene Gewohnheit, Habermas als Philosophen und Soziologen der Kritischen Theorie zuzurechnen, so ernst nehmen müssen wie die Kritik an ihr. Womöglich käme eine Diskussion zur Sache sowohl der Theorie Adornos und Horkheimers sowie der Habermas’ nur zugute. Wo die Differenzen liegen und wo Gemeinsamkeiten, was als Kritische Theorie zu gelten hätte und was womöglich nicht, was diese Fragen selbst zur Aufklärung beitragen – und was sie gegebenenfalls verdecken, sofern es sich um Theoriespielereien oder gar Idiosynkrasien handelt –, wäre mit Mitteln zu analysieren, die selbst der Kritischen Theorie zugehören. Und damit näherte man sich dem immer noch drohenden Problem, dessentwegen die »Dialektik der Aufklärung« überhaupt geschrieben wurde: dass »die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt«. Sowie der Frage, wie sich das endlich ändern ließe. Dirk Braunstein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Institut für Sozialforschung.
Plakate aus der Geschichte des IfS
Bilder
Hier findet sich eine Auswahl von Plakaten aus der Geschichte des IfS. Diese Sammlung, die nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebt, legt den Schwerpunkt auf die jüngere Vergangenheit und vermittelt sowohl einen Eindruck der sich wandelnden inhaltlichen Bezüge der IfS-Veranstaltungen als auch der unterschiedlichen Vorstellungen ihrer ästhetischen Vermittlung. 






















[ZEIT]
Der Faschismus in den Köpfen
Zeitungsartikel, Über das IfS
Das Ergebnis war zu brisant. So brisant, dass Theodor W. Adorno sich dagegen ent schied, es der deutschen Nachkriegsöffentlichkeit zu präsentieren. Zu Beginn der Fünfzigerjahre hatten er und seine Kollegen am Frankfurter Institut für Sozialforschung die Mentalität der Deutschen erforscht, sie zu antisemitischen, antidemokratischen, völkischen Einstellungen befragt. Jahrzehntelang blieb das sogenannte Gruppenexperiment, eine der aufwendigsten Studien der deutschen Soziologie, unveröffentlicht im Archiv des Instituts – bis jetzt. [...] Aber was kann die Gegenwart aus dem Gruppenexperiment lernen? »Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Mentalitäten der Nachkriegszeit nicht nach zwei Generationen verflüchtigt hatten«, sagt Stephan Lessenich. »Der heutige Autoritarismus ist nur vor dem Hintergrund damaliger Weltbeziehungen zu verstehen.«
[FAZ]
Im Sog der totalen Subkultur
Zeitungsartikel, Über das IfS
Aufbruch ins ewige Licht. Ein Projekt am Frankfurter Institut für Sozialforschung untersucht die Motivation und Vorstellungswelt junger Dschihadisten. Die FAZ mit einem Beitrag über Felix Roßmeißls Projekt »Flucht aus der Freiheit«
[tl;dr]
Clara Zetkin: »Arbeiterinnen und Frauenfrage«. Christina Engelmann im Gespräch mit Alex Demirović
Interviews, Podcasts, Aus dem IfS
In Folge 60 des Theorie-Podcasts der Rosa-Luxemburg-Stiftung spricht Alex Demirović mit Christina Engelmann (IfS) über Clara Zetkin.
[Deutschlandfunk Nova]
Dschihadismus. Junge Männer im Sog der Subkultur
Radiobeiträge, Aus dem IfS
Warum gehen Jugendliche für den Islam bis in den Tod? Der Soziologe Felix Roßmeißl beschreibt in seinem Vortrag eine totale Subkultur, die einen fatalen Sog entwickeln kann. Etwa 5.000 junge Europäer sind in den letzten Jahren nach Syrien gegangen, um sich dschihadistischen Gruppierungen anzuschließen. Die meisten von ihnen wurden erst in ihrer Jugend religiös. Der Soziologe Felix Roßmeißl hat untersucht, warum sich junge Männer dem Islam anschließen.
[FRANCIA recensio]
Lilia Endter mit einer Rezension über »Im Schatten der Tradition«
Rezensionen, Über das IfS
Published on the occasion of the centenary of the Institute for Social Research, Im Schatten der Tradition (2025) advances a feminist historiography that challenges how the Frankfurt School has been canonized and received. Rather than treating gender as a supplementary topic, the volume approaches feminism as a critical standpoint from which the conditions of theoretical production themselves come into view. Its central concern is not only which women were present at the Institute, but how gender structured what could count as theory, how authority was attributed, and how intellectual labor was rendered visible or invisible. In doing so, the book situates itself within a recent turn in Frankfurt School scholarship, exemplified by Philipp Lenhard’s Café Marx (2024) reviewed in Francia-Recensio 2024/4), which shifts attention from philosophical self-interpretation to the everyday, institutional, and material conditions of academic work.
Aufzeichnungen mit Elisa Greco
Podcast
Elisa Greco spricht in der IfS Podcastreihe »Aufzeichnungen« mit Thomas Barth über ihr Projekt »Green Grabs in Africa: A Class-Theoretical Perspective«, das sie im Rahmen des Horkheimer Fellowships 2025 am Institut für Sozialforschung verfolgt hat.
[FR]
FR über die Abschlussveranstaltung der Reihe »WohnWendeWerkstatt«: »Für bezahlbaren Wohnraum«
Zeitungsartikel, Über das IfS
Der Wohnungsforscher Felix Wiegand vom Institut für Sozialforschung hielt fest, derzeit gebe es »kein Bewegungshoch«, um die Forderungen auf die Straße zu bringen. Gleichwohl sieht er eine »Krise des Neoliberalismus« seit der Finanzkrise, damit einhergehend auch »ein Zeitfenster für eine progressive Wohnungspolitik«.
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