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[Bayern 2]

Bayern 2 Podcast: Normal genug? Warum Inklusion so schwer zu erreichen ist

Radiobeiträge, Aus dem IfS

Unter anderen mit Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt.


Kulturindustrie heute? Gertrud Koch im Gespräch mit Bert Rebhandl

Audios

Das Gespräch »Kulturindustrie heute?« widmet sich der Aktualität und Tragfähigkeit eines zentralen Begriffs der Kritischen Theorie.

Die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch diskutiert im Gespräch mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl die gegenwärtigen Formen kultureller Produktion und Verbreitung vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Plattformen und globalen Medienmärkten.
Ausgehend von den klassischen Analysen Adornos und Horkheimers wird gefragt, inwiefern sich die damalige Kritik an der Kulturindustrie auf heutige Film-, Medien- und Popkulturen anwenden lässt oder neu gedacht werden muss. Dabei spielt der Film eine wichtige Rolle: Am Film und seinen Produktions- und Vermarktungsformen lässt sich gut nachvollziehen, wie sich Kunst, Wirtschaft und Öffentlichkeit heute gegenseitig beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Gestaltung, politischer Wirkung, wirtschaftlichen Bedingungen sowie nach Unabhängigkeit, Urheberschaft, Kritikfähigkeit und Öffentlichkeit.

Zwei Stühle, ein Tisch, Spot an: Was sagt die Frankfurter Schule heute zur Lage der Gesellschaft?

Welche Antworten gibt die sogenannte »dritte und vierte Generation« auf weltweite Krisen und Konflikte? Zu Gast sind Persönlichkeiten, die – geschult am »Frankfurter Denken« – zu aktuellen Problemlagen Position beziehen und die Gegenwart mithilfe der Kritischen Theorie in den Blick nehmen. Präzise formuliert, verständlich erklärt, ohne zu vereinfachen, mit dem Anspruch, die Bedingungen von Freiheit, Macht und Verantwortung sichtbar zu machen. Denn gesellschaftliche Normen, verankert in Institutionen und Ordnungen, bilden das Fundament unseres sozialen und politischen Zusammenlebens. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm sich die Frankfurter Schule vor, diese Normen und ihre Widersprüche im Rahmen einer umfassenden "Kritischen Theorie" ganzheitlich zu beleuchten – eine Herangehensweise, deren Bedeutung und internationale Wirkung bis heute ungebrochen ist. Die Reihe »Frankfurter Schule« wird in unterschiedlichen Kultureinrichtungen in Frankfurt fortgesetzt.

Das Gespräch ist Teil der Reihe »Frankfurter Schule«, die vom Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität, dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialforschung, hr2-kultur und dem Lichter Filmfest Frankfurt International veranstaltet wird.

Gekürzter Mitschnitt vom 29. April aus dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum.

Sendung: hr2-kultur, »Literaturland Hessen«, 31.05.2026, 12:04 Uhr


[FAZ]

FAZ über Peter E. Gordons Benjamin-Biographie: Folge der Spur des Wassers

Rezensionen, Zeitungsartikel, Über das IfS

In »The Pearl Diver« folgt Gordon demselben Impuls wie in seiner 2023 unter dem Titel »Prekäres Glück« veröffentlichten Frankfurter Adorno-Vorlesung: die Kritische Theorie vom Vorwurf des Negativismus und der maßstabslosen Kritik zu entlasten. Der Band greift Arendts Charakterisierung auf und macht die Symbolik des Wassers zum Leitmotiv durch das Werk, die immer beides bedeutet: Melancholie und Zuversicht.

Bei einer Forschungslage, die längst unübersichtlich geworden ist, liegt keine geringe Leistung darin, auf diese Weise das geistige Erbe Benjamins und die Katastrophen seiner Zeit neu darzustellen. Wer eine umfassende Einführung in das Werk und die Biographie Benjamins sucht, wird hier aber eher nicht fündig. In der interpretativen Beschränkung und dem Verfolgen der Spur des Wassers liegt die Stärke des Buches.


[FAZ]

Antisemitismus bei Kindern: »Die haben Geld und machen Kampfsport«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Der Judenhass ist in Deutschland dramatisch gestiegen. Die Vorstellung, dass bereits Kinder antisemitische oder rassistische Bilder reproduzieren, scheint noch immer vielen abwegig. Warum eigentlich?

Saba-Nur Cheema ist Politologin und Erziehungswissenschaftlerin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt sowie Präsidiumsmitglied des Goethe-Instituts. Gemeinsam mit Meron Mendel schreibt sie die F.A.Z.-Kolumne »Muslimisch-Jüdisches Abendbrot«. Ihre Monographie »›Die haben Geld und machen Kampfsport. ‹ Wie Kinder Antisemitismus und Differenz reproduzieren« ist soeben im Campus Verlag erschienen.


[soziopolis]

Larissa Schindler mit einer Rezension zu »Feldverhältnisse«: Irritation als methodisches Programm

Rezensionen, Über das IfS

Zu den Neuerscheinungen im Bereich der vertieften Methodeneinführung gehört der Band Feldverhältnisse. Irritation und Erkenntnis im Forschungsprozess, herausgegeben von Annette Hilscher und Minna Ruokonen-Engler. In acht Aufsätzen vertreten die beiden Herausgeberinnen und sechs weitere Autor:innen die These, dass Irritationen im Rahmen empirischer Forschung nicht nur regelmäßig auftreten, sondern ein wichtiges Element für Analyse und Erkenntnisgewinn darstellen. Doch trotz ihrer hohen Frequenz und Relevanz für den Forschungsprozess finden Unsicherheiten und Irritationen bislang für »gewöhnlich höchstens in einer Randnotiz Erwähnung« (S. 7), so die Herausgeberinnen in der Einleitung. Vor diesem Hintergrund wollen sie es genauer wissen und fragen nach dem epistemischen Gehalt (S. 9) irritierender Entwicklungen und Ereignisse im Verlauf der Forschungsarbeit, also danach, was sich aus ihnen lernen lässt. Die Herausgeberinnen verorten dies, nicht nur aber auch, gesellschaftskritisch und konstatieren: »Nicht selten weisen die Irritationen auf einen Bruch mit hegemonialen Wissensbeständen hin und fordern die Methoden akademischer Wissensproduktion heraus« (S. 8). Nun ist der epistemische Wert von Irritation gerade in der qualitativen Forschung weithin bekannt und kaum umstritten,[3] doch die tiefgehende wie detaillierte Auseinandersetzung der verschiedenen Beiträge dieses Buches stellt zweifelsohne eine spannende Bereicherung für die einschlägige Diskussion dar.


Dirk Braunstein: Zur Vernunft kommen. War Jürgen Habermas staatstragend? Anmerkungen zu einem irreführenden Begriff

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Offen bleibt, ob Habermas’ Theorie, der es weniger als der von Adorno um die von Zwang und Herrschaft befreite Menschheit ging als vielmehr darum, normative Verbindlichkeiten mittels herrschaftsfreier Diskurse zu generieren, bei aller Austreibung von Utopie und Radikalität zugunsten anschlussfähiger Theoriebildung, dennoch eine Kritische ist. Denn so evident verschieden die Beweggründe und Ziele jener Theoriegebilde sind, so unübersehbar ist auch, dass Habermas’ Werk faktisch zum Kanon der Kritischen Theorie gezählt und seine Theorie weltweit deren Tradition zugerechnet wird. Eine Theoriegeschichte, die auf Wahrheit aus ist, wird jene Gewohnheit, Habermas als Philosophen und Soziologen der Kritischen Theorie zuzurechnen, so ernst nehmen müssen wie die Kritik an ihr. Womöglich käme eine Diskussion zur Sache sowohl der Theorie Adornos und Horkheimers sowie der Habermas’ nur zugute. Wo die Differenzen liegen und wo Gemeinsamkeiten, was als Kritische Theorie zu gelten hätte und was womöglich nicht, was diese Fragen selbst zur Aufklärung beitragen – und was sie gegebenenfalls verdecken, sofern es sich um Theoriespielereien oder gar Idiosynkrasien handelt –, wäre mit Mitteln zu analysieren, die selbst der Kritischen Theorie zugehören. Und damit näherte man sich dem immer noch drohenden Problem, dessentwegen die »Dialektik der Aufklärung« überhaupt geschrieben wurde: dass »die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt«. Sowie der Frage, wie sich das endlich ändern ließe.

Dirk Braunstein ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Institut für Sozialforschung.


Plakate aus der Geschichte des IfS

Bilder

Hier findet sich eine Auswahl von Plakaten aus der Geschichte des IfS. Diese Sammlung, die nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebt, legt den Schwerpunkt auf die jüngere Vergangenheit und vermittelt sowohl einen Eindruck der sich wandelnden inhaltlichen Bezüge der IfS-Veranstaltungen als auch der unterschiedlichen Vorstellungen ihrer ästhetischen Vermittlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


[ZEIT]

Der Faschismus in den Köpfen

Zeitungsartikel, Über das IfS

Das Ergebnis war zu brisant. So brisant, dass Theodor W. Adorno sich dagegen ent schied, es der deutschen Nachkriegsöffentlichkeit zu präsentieren. Zu Beginn der Fünfzigerjahre hatten er und seine Kollegen am Frankfurter Institut für Sozialforschung die Mentalität der Deutschen erforscht, sie zu antisemitischen, antidemokratischen, völkischen Einstellungen befragt. Jahrzehntelang blieb das sogenannte Gruppenexperiment, eine der aufwendigsten Studien der deutschen Soziologie, unveröffentlicht im Archiv des Instituts – bis jetzt. [...]

Aber was kann die Gegenwart aus dem Gruppenexperiment lernen? »Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Mentalitäten der Nachkriegszeit nicht nach zwei Generationen verflüchtigt hatten«, sagt Stephan Lessenich. »Der heutige Autoritarismus ist nur vor dem Hintergrund damaliger Weltbeziehungen zu verstehen.«


[FAZ]

Im Sog der totalen Subkultur

Zeitungsartikel, Über das IfS

Aufbruch ins ewige Licht. Ein Projekt am Frankfurter Institut für Sozialforschung untersucht die Motivation und Vorstellungswelt junger Dschihadisten.

Die FAZ mit einem Beitrag über Felix Roßmeißls Projekt »Flucht aus der Freiheit«


[tl;dr]

Clara Zetkin: »Arbeiterinnen und Frauenfrage«. Christina Engelmann im Gespräch mit Alex Demirović

Interviews, Podcasts, Aus dem IfS

In Folge 60 des Theorie-Podcasts der Rosa-Luxemburg-Stiftung spricht Alex Demirović mit Christina Engelmann (IfS) über Clara Zetkin.

Clara Zetkin hielt 1889 eine Rede in Paris zur Gründung der zweiten Internationale. Auf dieser Rede beruht ihr Text »Arbeiterinnen und Frauenfrage der Gegenwart«. Zetkin analysiert darin die Entwicklung der Unterdrückung der Frauen: Über Jahrtausende lebten Frauen unter patriarchalen Verhältnissen als Hausarbeitssklavinnen. Mit der Entwicklung kapitalistischer Produktion werden Frauen aus dieser Position herausgerissen und kommen in die Lohnarbeit. Dies sei zwar ein entscheidendes Moment auf dem Weg zur Emanzipation der Frauen, denn als Arbeiterinnen werden sie unabhängig von männlichen „Familienernährern“. Doch für die vollständige Befreiung aller Geschlechter brauche es den gemeinsam von proletarischen Frauen und Männern geführten Kampf gegen die Kapitalverhältnisse als solche. Damit geht Zetkin über die Forderungen der bürgerlichen Frauenbewegung ihrer Zeit hinaus, die vor allem soziale und kulturelle Rechte einfordern, während Zetkin anstrebt, die kapitalistischen Produktions- und Reproduktionsverhältnisse zu überwinden. Denn im Kapitalismus – davon war Zetkin überzeugt – wird es für Frauen keine Emanzipation geben.