Mediathek


[jW]

Dirk Braunstein: »Die höhere Mission«

Zeitungsartikel, Aus dem IfS

Falls Sie in der letzten Zeit einigermaßen intensiv damit beschäftigt waren, eine Konferenz mitzuorganisieren, die im Zeichen einer Vorgängertagung steht, die vor hundert Jahren zum ersten und einzigen Mal stattgefunden hat, sowie in dem eines heutigen Marxismus, weil, unklar, wie, die Idee aufkam, es sei so langsam Zeit für deren, der Veranstaltung nämlich, Zweitauflage, einerseits, um die gegenwärtigen Möglichkeiten zu eruieren, die Welt bestenfalls irgend zu bess...


[diskus]

diskus über die zweite Marxistische Arbeitswoche: »Die Zweite Marxistische Arbeitswoche – Pessimismus gestern und heute«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Mit Bezug auf die erste Tagung des Instituts für Sozialforschung fand vom 26. bis zum 29. Mai die »Zweite Marxistische Arbeitswoche« statt. Mit über 900 Teilnehmenden machte die Konferenz das große Interesse an der Frankfurter Gesellschaftskritik deutlich, zeigte jedoch auch, wie dringend eine inhaltliche Verständigung über die Ausrichtung einer solchen Kritik wäre. Vor allem an der Frage nach dem Verhältnis von Theorie und politischer Praxis entzündeten sich Missverständnisse und Konflikte.


[TAZ]

TAZ über die zweite Marxistische Arbeitswoche: »100 Jahre nach Georg Lukásc. Leben in der materialistischen Welt«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Zum 100. Jubiläum der Marxistischen Arbeitswoche, dem ersten Seminar der Frankfurter Schule, fanden in Jena und Frankfurt am Main Tagungen statt.


Marxistische Arbeitswoche 2023: Lisa Yashodhara Haller und Barbara Umrath – »Was ist materialistischer Feminismus?«

Videos

War das Verhältnis zwischen feministischen und marxistischen Ansätzen der Gesellschaftskritik über lange Zeit spannungshaft, gerät aktuell wieder vermehrt das Potential der Marx’schen Analyse für feministische Diskurse in den Blick. So plädieren Autor:innen wie Nancy Fraser für eine Ausweitung des Klassenbegriffs insbesondere unter Berücksichtigung reproduktiver Arbeit, um breite Koalitionen gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung zu gewinnen. In dem Gespräch werden sowohl die analytischen Grundlagen materialistischer Feminismen als auch ihr exploratives Potential zur kritischen Erschließung unserer Gegenwart verhandelt. Diskutiert werden dabei aktuelle Entwicklungen und Desiderate innerhalb der Geschlechterforschung und die Frage, an welche am Institut für Sozialforschung entstandenen Arbeiten eine materialistisch-feministische Perspektive heute anknüpfen kann.

Lisa Yashodhara Haller arbeitet im Bereich der feministischen Gesellschaftstheorien sowie der Paar- und Geschlechterforschung. In ihrer empirischen Forschung befasst sie sich mit den Vermittlungszusammenhängen zwischen der staatlichen Steuerung unserer kapitalistischen Wirtschaft und vermeintlich ganz privaten Entscheidungen des Alltags.

Barbara Umrath arbeitet schwerpunktmäßig in der kritischen Gesellschaftstheorie und der interdisziplinären Geschlechterforschung. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören feministische Theorien, Soziologie für die Soziale Arbeit und partizipative Sozialforschung.

Christina Engelmann promoviert am Institut für Sozialforschung mit einer sozialphilosophischen Arbeit zur »Freiheit des Kapitals« und arbeitet zu Clara Zetkin und der proletarischen Frauenbewegung an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Marxistische Arbeitswoche 2023
29. Mai 2023
Festsaal des Studierendenhaus
Campus Bockenheim

© IfS


Marxistische Arbeitswoche 2023: Thomas Ebermann – »Kritik der Bedürfnisse«

Videos

Der Referent wird sich mühen …
1) ... die heutigen Bedürfnisse als zum bestehenden System gehörig zu denunzieren. Sie sind auf eine übermächtige Struktur zurückzuführen, die in die Menschen einwandert, sie prägt, hässlich macht. (Hilfestellung durch Zitate aus Agnes Heller: »Theorie der Bedürfnisse«)

2) ...alles zu vermeiden, was ihn als Weltverbesserer durch richtiges Verhalten im Marktgeschehen, als Berater kritischer Konsument:innen erscheinen lassen könnte. Auch distanziert er sich von allen pfäffischen Belehrungen, die den unteren Schichten den unschicklichen Konsum ankreiden ‒ und von den Produktionsbedingungen, denen sie unterworfen sind, absehen. (Hilfestellung: Karl Marx)

3) ... die Voraussetzung aller kritischer Reflektion über Bedürfnisse, dass der Mensch satt, bekleidet, behaust und versorgt sein muss, nie zu ignorieren. Das schützt davor, voreilig ins Solzialpsychologische zu wechseln. (Hilfestellung: Theodor W. Adorno)

4) ... dennoch daran festzuhalten, dass wahre und falsche Bedürfnisse unterscheidbar sind (Hilfestellung: Herbert Marcuse) - und dass »enormes Bewusstsein« einen Bruch mit dem Bestehenden impliziert und also etwas fundamental anderes ist als das Postulat der »sozialen Gerechtigkeit«. (Hilfestellung: Karl Marx)

5) ... das Dilemma, den Teufelskreis, nicht zu verschweigen, dass andere Verhältnisse (ohne Konkurrenz, ohne Arbeitstempo im Dienste der Produktivität, ohne Sorge vor dem Absturz ins Elend etc.) gewiss Menschen mit anderen Bedürfnissen erbrächten ‒ wir aber nicht wissen, ob die Sehnsucht nach dem ganz anderen unter Bedingungen heutiger materieller Wirklichkeit je große Potenziale erfassen kann. (Hilfestellung: Agnes Heller, Herbert Marcuse: »Versuch über die Befreiung«)

6) ... immer nachzuweisen, dass Bedürfniskritik stets auf einen Begriff gesellschaftlichen Reichtums insistiert, der antagonistisch zum herrschenden sich verhält, weil er nicht im Entferntesten asketisch ist und deshalb, um der Arbeit zu fliehen, auf all die überflüssigen, dummen, sinnlosen Produkte und Dienstleistungen verzichtet. Wenn Adorno, was selten ist, die befriedete Zukunft doch einmal ›auspinselt‹, dann so: »Wenn es einmal kein Monopol mehr gibt, wird sich rasch genug zeigen, dass die Massen den Schund, den die Kulturmonopole und die jämmerliche Erstklassigkeit, die die praktischen ihnen liefern, nicht ›brauchen‹.« (»Thesen über Bedürfnisse«)

Thomas Ebermann ist »Arbeiter ohne Fixierung auf diese frühere Lebensphase, Politiker ohne Karriere, Intellektueller ohne Abitur, Künstler ohne Genre-Grenzen. Das Wörtchen ›ohne‹ markiert immer auch Nichtzugehörigkeit« (Georg Fülberth).

Marxistische Arbeitswoche 2023
28. Mai 2023
Festsaal des Studierendenhaus
Campus Bockenheim

© IfS


Marxistische Arbeitswoche 2023: Jens Kastner – »Unbedingte Solidarität«

Videos

Ganz verschwunden war sie im politischen Aktivismus nie, in den sozialtheoretischen Diskursen aber wurde lange nicht über sie gesprochen: Solidarität. Mittlerweile ist sie wieder in aller Munde, ob im Kontext der Klage über die Erosion von Solidargemeinschaften, die neoliberale Individualisierung oder die Fragmentierung der Linken.
Analytisch wie politisch ist Solidarität tatsächlich die Herausforderung der Stunde. In unserem Vortrag plädieren wir dafür, Solidarität als unbedingte zu entwerfen. Solidarisches Handeln darf sich nicht nur als bloße Parteinahme für die Gleichen und Ähnlichen äußern, das heißt gemeinsame Erfahrungen, gemeinsame Herkunft oder gleiches Geschlecht sollten keine Voraussetzung sein. Zweitens sollte Solidarität unbedingt sein, insofern sie nicht als Tauschgeschäft von Kosten und Nutzen und/oder Rechten und Pflichten konzipiert werden sollte. Und schließlich ist Solidarität drittens auch im Sinne einer emphatischen Dringlichkeit unbedingt: Wir brauchen mehr solidarische Beziehungen im Kampf für eine gerechte Gesellschaft!

Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker, Akademie der bildenden Künste Wien. https://www.jenspetzkastner.de/startseite

Jens Kastner und Lea Susemichel (Hg.): Unbedingte Solidarität. Münster 2021, Unrast Verlag. https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/unbedingte-solidaritaet-775-detail

Marxistische Arbeitswoche 2023
28. Mai 2023
Festsaal des Studierendenhaus
Campus Bockenheim

© IfS


100 Jahre Institut für Sozialforschung – Marxistische Arbeitswoche 2023 (Dokumentarfilm)

Videos

Über Pfingsten 1923 fand in Geraberg (Thüringen) die »Marxistische Arbeitswoche« statt – das erste Theorieseminar des zu Beginn desselben Jahres gegründeten Instituts für Sozialforschung. Teilnehmer:innen waren Marxist:innen und Kommunist:innen, die intellektuell an der frühen Ausrichtung des IfS mitwirkten. Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens lud das Institut für Pfingsten 2023 zur Zweiten Marxistischen Arbeitswoche ein. Der Film verschafft einen Eindruck von den dort geführten Debatten und einer Veranstaltung, die mit über 900 Teilnehmenden auf großes Interesse stieß.

Marxistische Arbeitswoche 2023
Vom 26. bis 29. Mai in Frankfurt am Main
Film: Heiko Volkmer | splitterfilm, Credits: Medienkollektiv Frankfurt am Main

© IfS


[Deutschlandfunk Kultur]

Deutschlandfunk Kultur über die zweite Marxistische Arbeitswoche: »Mut zum richtigen Denken im Falschen«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Adorno, Habermas, Honneth, Jaeggi: Ihre Namen sind mit der Gesellschaftskritik der Frankfurter Schule verbunden. 1968 inspirierte deren Kritische Theorie die Studentenbewegung. Doch welche Antworten hat ihr Denkansatz auf die Krisen der Gegenwart?


[FR]

FR über die zweite marxistische Arbeitswoche: »Frankfurt: Kritische Theorie für alle«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Bei der Zweiten Marxistischen Arbeitswoche öffnet sich das Institut für Sozialforschung im Studierendenhaus in Frankfurt-Bockenheim für den Diskurs mit Stadtgesellschaft und Studierenden aus ganz Deutschland.

Unhaltbare Zustände. So überschreibt das Frankfurter Institut für Sozialforschung (IfS) seine »Zweite Marxistische Arbeitswoche«. Die ist fürs kommende Pfingstwochenende angesetzt, vom 26. bis 29. Mai, im Studierendenhaus auf dem benachbarten Campus Bockenheim und im Institut an der Senckenberganlage. Was so nüchtern klingt, Arbeitswoche, ist auf mehreren Ebenen zu hinterfragen. Einfach, weil es das ist, was kritische Sozialforschung ausmacht: Zustände beschreiben und hinterfragen.


[jacobin]

Stephan Lessenich: »Cien años de teoría crítica«

Interviews, Zeitungsartikel, Aus dem IfS

El Instituto de Investigación Social de la Universidad Goethe de Frankfurt, ámbito que dio vida a la Escuela de Fráncfort, está cumpliendo 100 años de existencia. A propósito del aniversario conversamos con su actual director sobre la tradición y el futuro de la teoría social crítica.