Mediathek


[Deutschlandfunk Kultur]

Alexandra Schauer: »Ideologie - Wie ein philosophische Idee zum Kampfbegriff wurde«

Interviews, Radiobeiträge, Aus dem IfS

Die »Ideologie« galt seit dem Ende des Realsozialismus als tot. Stattdessen wurde pragmatisch am Istzustand gefeilt. Doch die Totgeglaubte ist zurück, wenn auch in etwas anderem Gewand: Nun ist alles ideologisch, egal ob Wurst oder Wärmepumpe.


Aufzeichnungen mit Sarah Mühlbacher

Podcast

Sarah Mühlbacher stellt in der IfS-Podcastreihe »Aufzeichnungen« im Gespräch mit Alexander Kern ihr Buch »Recht und Sorge. Eine kritische Soziologie zur Teilhabe von Kindern« vor, das 2024 in der IfS-Schriftenreihe erschienen ist.

Hier anhören.


[WDR 5]

Manuela Bojadžijev: »Bundestagswahl: Weshalb ist Migration ein Thema für Sie?«

Interviews, Radiobeiträge, Aus dem IfS

Deutschland, wo brennt's? Das haben wir Sie gefragt. Bei der Migration, wurde häufig geantwortet. Welchen Einfluss hat die Migrationspolitik auf Ihre Entscheidung am 27. Februar? Diskussion mit der Migrationsforscherin Manuela Bojadzijev und Moderator Tobi Schäfer.


[BR 2]

Alexandra Schauer: »Die Verunsicherte Welt - Endzeitstimmung«

Interviews, Radiobeiträge, Aus dem IfS

Worüber sprechen die Menschen?
Donnerstags bieten wir einen Schwerpunkt an, in dem wir mit Fachleuten Hintergründe für Debatten und Diskurse klären, die gerade die Welt bewegen.
Die verunsicherte Welt - Endzeitstimmung
Flammeninfernos, Überschwemmungen, Terrorakte und Kriege - immer häufiger haben Menschen das Gefühl, in einer Endzeit zu leben. Katastrophismus und Ohnmacht haben sich festgesetzt - über die Grunde und einen möglichen Ausweg diskutieren der Philosoph Andreas Urs Sommer und die Soziologin Alexandra Schauer.
Durch die Diskussion führt Christoph Leibold.


Aufzeichnungen mit Christine Achinger und Marcel Stoetzler

Podcast

Christine Achinger und Marcel Stoetzler sprechen in der IfS Podcast-Reihe »Aufzeichnungen« mit Miriam Schröder über Kritische Theorie und die Kritik des Antisemitismus.

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[nd]

nd mit einem Auszug aus dem Sammelband: »Handeln in einer schlechten Welt. Zur Kritik im Handgemenge«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Was gilt es zu tun für eine schwache Linke? Jenny Stupka plädiert in ihrem Beitrag »Nicht irgendeine Praxis« für »strategisch involvierte Theoriearbeit« - etwa in Vergesellschaftungskämpfen.
Angesichts der Klimakrise hat politische Strategiebildung den Luxus einer langen Zukunft verloren. In dem Wissen, dass Zeitdruck viele schwierige Dinge nur noch schwieriger macht, ist dieser Text ein Plädoyer für strategisch informierte, interessierte und involvierte Theoriearbeit. In der gegenwärtigen Kritischen Theorie, insofern sie in der akademischen Philosophie zu Hause ist, werden politisch-strategische Fragen häufig aus der Diskussion ausgeklammert. Diese Abstinenz gilt es zu überwinden. Hierfür möchte ich zunächst beschreiben, was ich in der Praxis der Initiative »Deutsche Wohnen & Co. enteignen« (DWE) als Strategiebildung kennengelernt habe. Anschließend möchte ich reflektieren, was strategisch involvierte Theoriearbeit ausmachen kann und inwiefern sich Kritische Theoretiker*innen anders zur strategiebildenden Praxis politischer Organisationen, Gruppen und Bewegungen verhalten sollten, als sie es gegenwärtig meist tun.

Der Text ist ein gekürzter Abdruck aus dem von Mirko Broll und Eva Fleischmann herausgegebenen Sammelband »Handeln in einer schlechten Welt« (Bertz + Fischer 2024, 234 S., br., 18 €). Der Band erschien in der Publikationsreihe des Instituts für Sozialforschung »IfS aus der Reihe«.


[Tagesspiegel]

Tagesspiegel über die Adorno–Vorlesungen 2024: »Unterklassen ohne Kämpfe«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Der Soziologe Loïc Wacquant sprach in den Adorno-Lectures in Frankfurt über den strafenden Staat und seine Feldforschung unter Staatsanwälten.


[FAZ]

FAZ über die Adorno–Vorlesungen 2024: »Die Produktion der Außenseiter«

Zeitungsartikel, Über das IfS

Der französische Soziologe Loïc Wacquant geht bei den Adorno-Vorlesungen mit der weltweiten Klassenjustiz ins Gericht – mit manchen Übertreibungen.


[medico Podcast]

Stephan Lessenich: »Krise, Angst, Ressentiment«

Interviews, Podcasts

Die Erfolge der AfD bei Landtagswahlen, der Wahlsieg Trumps in den USA, Kämpfe um körperliche Selbstbestimmung, die Normalisierung von Verrohung und Gewalt: Das alles und Vieles mehr sind Symptome des scheinbar unaufhaltsamen Aufstiegs extrem Rechter Akteure in politische Ämter.

Auf allen Kontinenten gewinnen autoritäre Projekte und Regierungsformen an Zuspruch, nehmen Abwehrhaltungen und vorgebliche Ängste gegen als abweichend Empfundenes zu. Emanzipatorische Gegenprojekte oder auch nur Widerspruch sucht man häufig vergebens – und wenn doch, winkt nicht selten heftige staatliche Repression.

In dieser Folge von Global Trouble sprechen wir mit dem Sozialwissenschaftler und Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung Stephan Lessenich über den Zusammenhang von Krise, Faschismus und Autoritarismus und dem Extremismus der gesellschaftlichen Mitte und darüber wie rechts es eigentlich noch werden kann.


Adorno Vorlesungen 2024: Loïc Wacquant »Penal Power in the Flesh: The Workaday World of Prosecutors« (3/3)

Videos

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Im Rahmen der diesjährigen Vorlesungen verbindet der Soziologe Loïc Wacquant sozialtheoretische, historisch-vergleichende und ethnografische Ansätze, um strafrechtliche Praktiken als Kernfunktion des Staates zu untersuchen. Durch den Einsatz von Polizei, Gerichten und Gefängnissen kuratiert der strafende Staat Kriminalität; er hält sozialmoralische Abweichungen in Schach, verwaltet städtische Marginalität und definiert die Grenzen von Staatsbürgerschaft. Wacquant argumentiert dafür, den strafenden Staat daher in den Mittelpunkt einer politischen Soziologie zu rücken, die sich für Fragen von Klasse, Ethnizität und urbanem Raum interessiert.

Die Auftaktvorlesung Penality as a Core State Capacity and Negative Sociodicy verfolgt einen sozialtheoretischen Ansatz: Selektiv spürt Wacquant verschiedenen Staatstheorien – von Hobbes und Weber über Schmitt und Mann bis zu Scott und Bourdieu – sowie Theorien der Strafe – von Durkheim über Rusche bis Foucault – nach, um ein analytisches Konzept des strafenden Staates zu entwickeln. Der Bestrafung als staatlicher Kernkompetenz kommt, über materialistische Ansätze hinausweisend, der symbolische Zweck öffentlicher Beschämung zu. Hier, so zeigt Wacquant auf, werden die Grenzen des Staatsbürgerstatus sichtbar, wird die soziale und moralische Vernachlässigung marginalisierter Sozialkategorien legitimiert.

In seiner zweiten Vorlesung wendet sich Wacquant unter dem Titel Marginality, Ethnicity, Territory der Sozialgeschichte und vergleichenden Soziologie des strafenden Staates zu. Seit seiner Erfindung im späten 16. Jahrhundert und bis ins 21. Jahrhundert hinein richtet sich dieser durchgehend gegen Bevölkerungsgruppen, die doppelt untergeordnet sind – sowohl hinsichtlich der Klassenordnung (als Arme) als auch ihrer Statusposition (als Außenseiter). Die Vorlesung fragt danach, warum dies so ist und über welche Mechanismen diese Selektivität in formell demokratischen Gesellschaften hergestellt und verstetigt wird. Um diesen Fragen nachzugehen, vergleicht Wacquant die überproportionale Überwachung und Inhaftierung von Schwarzen Menschen in den Vereinigten Staaten und den Umgang mit postkolonialer Migration in Westeuropa. Er rückt damit den Raum als Prisma des staatlichen Handelns in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen.

In der dritten Vorlesung Penal Power in the Flesh: The Workaday World of Prosecutors stützt sich Wacquant auf die Ethnografie, um zu zeigen, dass Strafgewalt nicht nur auf dem Papier stattfindet, sondern sich konkret darin äußert, dass vermeintlich unkontrollierbaren Körpern physische und psychische Schmerzen zugefügt werden. Die Strafgewalt geht von den autoritativen Worten und Taten der Akteure des Strafsystems aus: Polizei, Staatsanwält: innen, Verteidiger:innen, Richter:innen, Bewährungshelfer: innen. Wacquant taucht tief in die alltäglichen Praktiken, Organisationslogiken und Affektwelten von Staatsanwält:innen ein, die er über einen Zeitraum von drei Jahren in einem kalifornischen Strafgericht beobachtete. Abschließend verknüpft er Ethnografie und Theorie, um die zentrale Bedeutung des Strafens für die Definition und Durchsetzung von sozialer Zugehörigkeit hervorzuheben.

Loïc Wacquant ist Professor für Soziologie an der University of California in Berkeley und Forscher am Centre Européen de Sociologie et de Science Politique in Paris. Seine Bücher wurden in zwanzig Sprachen übersetzt, jüngst erschienen sind Jim Crow. Le Terrorisme de Caste en Amérique (2024), Racial Domination (2024), Misère de l’Ethnographie de la Misère (2023) und Bourdieu in the City. Challenging Urban Theory (2023). Auf Deutsch erschienen sind unter anderem Die Erfindung der »Unterklasse«. Eine Studie zur Politik des Wissens (2023), Die Verdammten der Stadt. Eine vergleichende Soziologie fortgeschrittener Marginalität (2017), Bestrafen der Armen. Zur neoliberalen Regierung der sozialen Unsicherheit (2009), Leben für den Ring. Boxen im amerikanischen Ghetto (2003), Elend hinter Gittern (2000) und Reflexive Anthropologie (zusammen mit Pierre Bourdieu, 1996).

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2024

27. November 2024 Campus Bockenheim, Hörsaal IV Goethe-Universität Frankfurt am Main

Video/Ton/Schnitt: @mkffm

© IfS, mit freundlicher Genehmigung vom Suhrkamp-Verlag (https://www.suhrkamp.de)